ESC 2021 Finale : TV-Übertragung, Live-Stream, Finalisten heute: ALLE Infos zum ESC

Gäbe es die Corona-Pandemie nicht, dann fände in diesem Jahr der 66. Eurovision Song Contest statt. Weil er aber im vergangenen Jahr wegen Corona ausfiel, wird 2021 der 65. ESC in Rotterdam nachgeholt - mit neuen Liedern. Alle Infos zu Live-Stream, TV-Übertragung und den ESC-Finalisten hier.

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Der ESC findet 2021 in Rotterdam statt. (Foto) Suche
Der ESC findet 2021 in Rotterdam statt. Bild: dpa (Symbolbild)

Der bis vor 20 Jahren in Deutschland meist Grand Prix Eurovision de la Chanson genannte Eurovision Song Contest (ESC) existiert seit 1956. Somit wäre es dieses Jahr eigentlich der 66. "Eurovision-Liederwettbewerb" - doch die Corona-Pandemie führte 2020 erstmals zur Absage und so wird 2021 der 65. nachgeholt. Was man zu den drei Shows - zwei Halbfinals (18. und 20. Mai jeweils 21 Uhr bis 23.10 Uhr) und dem Finale (22. Mai, ab 21 Uhr) -, den Live-Stream sowie der TV-Übertragung noch wissen sollte, haben wir für Sie zusammengetragen.

ESC-Finale 2021: Die 26 Lieder des Eurovision-Song-Contest-Finales

Klassischer Chanson, Ballade, Hymne, Rock, Hardrock, Billigpop, Rap, Folkloristisches, Swing, Synthiepop: So abwechslungsreich wie 2021 war selten ein Jahrgang beim ESC: Alle 26 Finalisten im Überblick.

Die 26 Lieder des Eurovision-Song-Contest-Finales
ESC-Finale 2021
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  • 01 ZYPERN mit Elena Tsagrinou («El Diablo»): Radio-Pop im Stil von Sia oder Lady Gaga. Der Ohrwurm handelt vom Kampf zwischen Gut und Böse und von der Liebe zu einer Person, die böse wie der Teufel («El Diablo») ist.

  • 02 ALBANIEN mit Anxhela Peristeri («Karma»): Balkanpop-Ballade mit Ethno-Elementen über den tiefen Fall einer verwöhnten, herzlosen Frau.

  • 03 ISRAEL mit Eden Alene («Set Me Free»): Stimmgewaltiger Dancepop, in dem es auf Englisch und Hebräisch um eine Beziehung geht, von der sich die Sängerin emotional befreien will.

  • 04 BELGIEN mit Hooverphonic («The Wrong Place»): Mystischer Mid-Tempo-Popsong, der von einem One-Night-Stand handelt, der schief lief. Die Sängerin fühlt sich am falschen Ort. Vielleicht der musikalisch anspruchsvollste Song diesmal.

  • 05 RUSSLAND mit Manizha («Russian Woman»): Irgendwas zwischen russischem Rap, Beschwörungsgesang und Folklore - textlich geht es um Feminismus und weibliche Ermächtigung wie etwa auch bei Malta, Zypern und Aserbaidschan.

  • 06 MALTA mit Destiny («Je me casse»): Dance-Hit mit Swing-Anteilen, der übersetzt «Ich hau ab» heißt. Die Sängerin ist 18 Jahre jung und trägt selbstbewusst einen Text gegen dumme Anmachen vor. So heißt es etwa: «Wenn ich etwas Haut zeige, heißt das nicht, dass ich nachgebe, dir erliege. (Ich bin) Nicht dein Baby.» Eine Favoritin 2021.

  • 07 PORTUGAL mit The Black Mamba («Love Is On My Side»): Ballade mit auffälliger Stimme. Der Text dreht sich um eine Frau, die mit Träumen in die Niederlande geht, dort bei Drogen und Prostitution landet und dennoch an die Liebe glaubt. Portugal singt erstmals Englisch.

  • 08 SERBIEN mit Hurricane («Loco Loco»): typischer Balkan-Pop und Frauenpower mit dem Zeug zum billigen Sommerhit. Tanzbar und ansteckend in seiner Lockerheit.

  • 09 GROSSBRITANNIEN/VEREINIGTES KÖNIGREICH mit James Newman («Embers»): Dancepop mit kantiger Stimme und eingängigen Bläsersätzen. Der ältere Bruder von John Newman («Love me Again») singt über Leidenschaft in schwierigen Zeiten.

  • 10 GRIECHENLAND mit Stefania («Last Dance»): 80er-Jahre-Synth-Pop mit Text zur Corona-Krise. Der «letzte Tanz» meint den Verzicht junger Leute auf Spaß in wichtiger Lebensphase. Das Lied verbreitet aber auch Zuversicht, dass es wieder besser werde.

  • 11 SCHWEIZ mit Gjon's Tears («Tout l'univers»): intensive Ohrwurm-Ballade mit Kopfstimme. Der 22-jährige Gjon Muharremaj mit albanisch-kosovarischer Abstammung ist ein Favorit. Übersetzt heißt der Titel «Das ganze Universum». Es geht ums Festhalten an der Hoffnung auf Liebe trotz Chaos in der Welt. 

  • 12 ISLAND mit Daði og Gagnamagnið («10 Years»): Indie-Electro-Popsong - Daði Freyr Pétursson lebt seit 2014 in Berlin. Mit seiner Band und «Think About Things» galt er schon 2020 als einer der großen Favoriten für den abgesagten ESC. Wegen Corona-Falls nicht live auf der Bühne, sondern per Video.

  • 13 SPANIEN mit Blas Cantó («Voy A Quedarme»): Typische ESC-Ballade von einem Sänger mit Dackelblick. Es geht um die bedingungslose Liebe zu einem geliebten Menschen.

  • 14 MOLDAU mit Natalia Gordienko («Sugar»): süßer Popsong einer Sängerin, die schon 2006 beim ESC in Athen dabei war und damals Platz 20 erreichte.

  • 15 DEUTSCHLAND mit Jendrik («I Don't Feel Hate»): Gute-Laune-Pop mit Ukulele und heftigen musikalischen Wechseln - Kuddelmuddel. Manchem ist das Unbeschwerte und Fröhliche zu aufgesetzt.

  • 16 FINNLAND mit Blind Channel («Dark Side»): Ohrwurm-Rockhymne mit langhaarigen Sängern im massentauglichen Linkin-Park-Stil.

  • 17 BULGARIEN mit Victoria («Growing Up Is Getting Old»): ruhiger Hymnenpop mit zarter Stimme. 2020 gehörte die Sängerin mit ihrem «Tears getting sober» zu den Favoriten.

  • 18 LITAUEN mit The Roop («Discoteque»): Elektro-Popsong über Selbstakzeptanz. Es geht um die befreiende Kraft des Tanzens, auch wenn man es allein zu Hause tut - passende Botschaft zu Corona und Lockdown. Schon 2020 gehörte die Band zu den Top-Favoriten und hätte wahrscheinlich mit «On Fire» den ESC gewonnen.

  • 19 UKRAINE mit Go-A («Shum»): Elektro-Ethno-Popsong über einen traditionellen Tanz, der den Frühling beschwören soll. Die wohl eindrücklichste Performance des Jahres.

  • 20 FRANKREICH mit Barbara Pravi («Voilà»): Die Singer-Songwriterin mit serbischen und iranischen Wurzeln tritt mit einem klassischen Chanson an, der von ihrem starken Lebensgeist handelt. Ein Ohrwurm mit Kraft und eine Favoritin für eine hohe bis sehr hohe Platzierung.

  • 21 ASERBAIDSCHAN mit Efendi («Mata Hari»): Uptempo-Ethno-Popsong über die Tänzerin und Spionin Mata Hari. 2020 hatte dieselbe Sängerin eine andere bekannte Frau der Weltgeschichte besingen wollen: Cleopatra.

  • 22 NORWEGEN mit Tix («Fallen Angel»): Popsong eines Sängers und Komponisten namens Andreas Andresen Haukeland, der das Tourette-Syndrom hat und schon in der Schulzeit den Spitznamen «Tics» bekam, woraus er den Künstlernamen Tix machte.

  • 23 NIEDERLANDE mit Jeangu Macrooy («Birth Of A New Age»): Der in Surinam geborene Singer-Songwriter macht Modern Soul. Er lebt seit 2014 in Holland. Als Schwuler habe ihn die «Machokultur» in der niederländischen Ex-Kolonie gestört, sagte er dem «Algemeen Dagblad».

  • 24 ITALIEN mit Måneskin («Zitti E Buoni»): ESC-ungewöhnlicher Rock-Song, der traditionell im Rahmen des altehrwürdigen Festivals Sanremo gefunden wurde. Der Band-Name ist das dänische Wort für «Mondschein», da die Bassistin von dort stammt.

  • 25 SCHWEDEN mit Tusse («Voices»): souliger Popsong eines Castingshow-Gewinners. Der Sänger ist 19, wurde im Kongo geboren und kam als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Schweden. Er setzte sich im harten schwedischen Vorentscheid Melodifestivalen durch.

  • 26 SAN MARINO mit Senhit («Adrenalina»): Tanz-Popsong mit folkloristischen Elementen. Die Sängerin italienisch-eritreischer Abstammung scheiterte beim ESC 2011 in Düsseldorf im Halbfinale. Diesmal hat sie Unterstützung vom US-Rapper Flo Rida.

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    Eurovision Song Contest 2021: Live-Stream und TV-Übertragung des ESC in der ARD und bei One

    Der 65. Eurovision Song Contest wird im Veranstaltungszentrum Ahoy in Rotterdam ausgetragen, weil 2019 die Niederlande gewonnen und so die Show zu sich geholt hatten. Das fast vierstündige Finale beginnt am 22. Mai um 21 Uhr und wird in Deutschland im Ersten ausgestrahlt. Ein Live-Stream steht somit ebenfalls via ARD-Mediathek zur Verfügung. Die gut zweistündigen Halbfinalshows am 18. und 20. Mai überträgt der ARD-Digitalsender One ab 21 Uhr.

    Den ESC-Fans steht eine Vielzahl an TV- und Radio-Sendungen im Rahmen des Eurovision Song Contest 2021 zu Verfügung. Eine Übersicht aller Sendungen finden Sie auf der Webseite des ESC (hier!).

    Favorit Malta im Finale des Eurovision Song Contest 2021

    ESC-Favorit Malta hat sich für das Finale des Eurovision Song Contest qualifiziert. Nach der Corona-Zwangspause im vergangenen Jahr gab es das erste Halbfinale des ESC in Rotterdam am Dienstagabend, 18.05.2021, vor rund 3.500 Zuschauern. Insgesamt zehn von 16 Ländern gewannen einen Platz im Finale. Außer Malta sind das Norwegen, Israel, Russland, Aserbaidschan, Litauen, Zypern, Schweden, Belgien und die Ukraine. Nach einer großen Show in der niederländischen Hafenstadt konnten die TV-Zuschauer entscheiden. Die Jury hatte bereits am Vorabend abgestimmt.

    Die letzten zehn Endrunden-Teilnehmer werden im zweiten Halbfinale am Donnerstag gewählt. Bereits einen sicheren Platz haben die "Big Five", die fünf großen Länder Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und Deutschland, und auch Gastgeber Niederlande ist sicher beim Großen Finale am Samstag dabei.

    ESC 2021 während Corona: Wie läuft das mit dem Publikum vor Ort?

    Beim ESC in der Halle wird es Publikum geben, allerdings unter Corona-Bedingungen. Der Wettbewerb wird ein sogenanntes "Fieldlab-Experiment", bei dem getestet wird, wie Großereignisse auch in Corona-Zeiten stattfinden können. Das entschied das niederländische Kultur-Ministerium Ende April. In den drei Live-Shows und bei den sechs öffentlichen Proben dürfen jeweils 3.500 Zuschauer dabei sein. Das entspricht etwa 20 Prozent der Kapazität des Ahoy. Es wird vor der Mega-Bühne keine Stehplätze geben, stattdessen ist dort der "Green Room". Alle Zuschauer müssen sich zuvor und fünf Tage nach dem Event testen lassen. Ausländische Fans sind im Prinzip zugelassen, doch werden wegen der Reisebeschränkungen nur wenige erwartet.

    ESC 2021: Was geschieht bei einem Corona-Fall?

    Sollte ein Sänger positiv auf den Corona-Virus getestet werden, darf er nicht auftreten - zumindest nicht live. Dann wird ein Video von dem Beitrag gezeigt. Alle Teilnehmerländer mussten - als Vorbereitung für den Notfall - so ein Video einschicken. Übrigens wurden auch diese Videos nach Wettkampfbedingungen aufgenommen.

    Jóhann Sigurður Jóhannsson von Daði og Gagnamagnið aus Island positiv auf Corona getestet

    Wie bereits vor dem zweiten Halbfinale bekanntgegeben wurde, ist Jóhann Sigurður Jóhannsson der isländischen BandDaði og Gagnamagnið positiv auf das Coronavirus getestet worden. Da der Act aus Island nur als Gruppe auftreten möchte, wird im zweiten Halbfinale und bei einer möglichen Finalteilnahme nur eine Aufzeichnung ihres Auftritts zu sehen sein.

    Welche Länder und Acts treten beim Eurovision Song Contest 2021 an?

    Nach dem Rückzug von Armenien Anfang März und der Disqualifikation von Belarus (wegen eines zu politischen Beitrags, der den Wettbewerb laut Veranstalterin EBU instrumentalisieren oder in Verruf bringen könnte), nehmen nur noch 39 Länder am ESC 2021 teil. Australien tritt - wegen der Reisebeschränkungen - als einziges Land nur mit einem Video an.

    Schicken alle ESC-Teilnehmer ihre Beiträge vom letzten Jahr?

    Kein einziges Land kann noch einmal den Beitrag von 2020 ins Rennen schicken. Alle mussten neue Lieder einreichen. Das legte die Rundfunkunion EBU als Veranstalterin früh fest. 26 Länder halten jedoch - teils nach Vorentscheiden - an ihren für 2020 ausgewählten Interpreten fest. 13 schicken neue Acts, darunter Deutschland.

    Wer tritt für Deutschland beim ESC 2021 an?

    Der Hamburger Musiker Jendrik Sigwart (26) wurde in einem vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) organisierten Verfahren ausgewählt. Der NDR hat innerhalb der ARD-Rundfunkanstalten die ESC-Federführung. Am 25. Februar veröffentlichte der Sänger sein Lied "I don't feel hate". Es geht darum, über dem Hass anderer zu stehen. Das Lied kommt betont fröhlich daher, die Strophen werden von Jendriks Ukulele untermalt, der Refrain von Trompeten.

    Mehr zum Thema: Jendrik Sigwart privat: Mit Freund Jan in Rotterdam? Das ist unser ESC-Kandidat 2021.

    Jendrik Sigwart (26) wurde in einem vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) organisierten Verfahren ausgewählt und tritt für Deutschland beim ESC an. (Foto) Suche
    Jendrik Sigwart (26) wurde in einem vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) organisierten Verfahren ausgewählt und tritt für Deutschland beim ESC an. Bild: dpa

    Favoriten beim Eurovision Song Contest: Wer könnte den ESC 2021 gewinnen?

    Wer sich bei Fans und Buchmachern umhört, bekommt als Favoriten immer wieder die Beiträge der Länder Malta und Schweiz genannt. Malta wird in diesem Jahr von der ehemaligen Junior-ESC-Gewinnerin Destiny Chukunyere vertreten, für die Schweiz geht Gjon's Tears an den Start. Für den kleinen Inselstaat Malta wäre es der erste Sieg überhaupt, für die Schweiz der dritte - nach 1956 mit Lys Assia und 1988 mit Céline Dion. Auch Frankreich und Italien gehören zum Favoritenkreis. Im weiteren Favoriten-Feld kommen Island, Litauen, Bulgarien, Schweden und Zypern vor. Deutschland werden kaum Chancen eingeräumt. Der Sieger steht nach den traditionell komplizierten Punktevergaben der Länder gegen 1.00 Uhr nachts (Pfingstsonntag früh, 23.5.) fest.

    Wer moderiert den ESC 2021?

    Das Trio Chantal Janzen, Edsilia Rombley und Jan Smit, das schon 2020 durch die Show führen sollte, moderiert den ESC 2021. Dazu kommt die Vloggerin Nikkie de Jager alias Nikkie Tutorials. Smit ist auch in Deutschland populär, da er Teil des Schlagertrios Klubbb3 ist - neben dem Belgier Christoff De Bolle und Florian Silbereisen. Die Sängerin Rombley hatte ihr Land 1998 auf dem ESC vertreten und wurde vierte. Chantal Janzen ist ebenfalls Sängerin und prominente TV-Moderatorin.

    Weitere ESC-Teilnehmer in der Kritik

    Im letzten Jahr galt der Isländer Daði Freyr mit seiner Band als ein Favorit, er lebt seit Jahren in Berlin. Viele sagen auch, dass die litauische Band The Roop 2020 gewonnen hätte, ihr Lied "Discoteque" dieses Jahr finden viele aber schwächer. Zyperns Song "El Diablo" (Der Teufel) wurde angefeindet, eine christliche Gruppe versuchte mit einer Petition, die ESC-Teilnahme zu verhindern, weil sie das Lied als satanistisch empfanden. Der zyprische Sender wies das zurück, das sei eindeutig metaphorisch. Sommerhit-Potenzial haben zum Beispiel die Songs aus Griechenland ("Last Dance" von Stefania), San Marino ("Adrenalina" von Senhit) und Kroatien ("Tick-Tock" von Albina).

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    /bua/news.de/dpa

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