
Das Urteil vonHeidenheims Trainer Frank Schmidt im sich zuspitzenden Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga fiel hart aus. "Insgesamt sind wir eben nicht gut genug, so ehrlich müssen wir sein, um in der Bundesliga Spiele zu gewinnen. So reicht es nicht", kritisierte der Coach nach dem 0:2 (0:1) des 1. FC Heidenheimgegen den 1. FSVMainz 05.
Nach dem Mutmacher-Sieg in den Playoffs der Conference League beim FCKopenhagen hatten die Heidenheimer in der Liga die fünfte Niederlage in Serie eingesteckt. DieZukunftsängste werden bei nun schon sieben Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz immer größer.
Lange Mängelliste in der Offensive
"Wir hätten in Führung gehen müssen, wenn wir was hätten mitnehmen wollen", sagte Schmidt."Alle haben es probiert, aber wir sind kaum zu klaren Torchancen gekommen." Die Mängelliste war lang: Es habe die Übersicht, die Klarheit, dieQualität, die Entschlossenheit undDurchschlagskraft gefehlt, monierte der Trainer. Im Debütjahr in der Liga habe das Team noch von einem gewissen "Welpenschutz" profitiert und sei vielleicht nicht in jeder Situation ernst genommen worden. "Das gibt es nicht mehr."
Das Hinspiel gegen Mainz hatte Heidenheim noch für sich entschieden.Es war der dritte Sieg in dieser Saison am fünftenSpieltag gewesen. Danach begann eine Abwärtsspirale. Seitdem kam nur noch ein weiter Erfolg dazu.
Heidenheim droht Abrutschen auf direkten Abstiegsplatz
"Woche für Woche ist es das Gleiche", haderte Torhüter Kevin Müller bei DAZN. "Nach vorne sind wir zu ungefährlich, qualitativ nicht gut genug im Abschluss. Hinten kriegen wir es auch nicht hin." Man müsse zusehen, das Ganze geradezubiegen. "Wir müssen jetzt auch ehrlich sein, wir müssen jetzt langsam anfangen."
Zwölf Spieltage bleiben, um im zweiten Jahr nach dem erstmaligenBundesliga-Aufstieg den Absturz zurück in die Zweitklassigkeit zu vermeiden. Im Tabellenkeller liegt Heidenheim punktgleich mit dem Tabellen-17. VfLBochum auf dem Relegationsrang. Der Letzte HolsteinKiel ist nur einen Zähler schlechter.
Sportpsychologen melden sich
"Es wäre jetzt verkehrt, darüber zu sprechen, dass wir noch eine Chance haben, da vorne jemanden einzuholen. Wir müssen erst mal unseren Platz verteidigen. Und das wird verdammt schwer", sagte Schmidt. DieQualität der Offensivbemühungen müsse sich grundlegend steigern.
Es sei jedoch schwierig, die Negativerlebnisse abzuschütteln, räumte er ein. "Wahrscheinlich kriegen wir wieder fünf E-Mails von irgendwelchen Sportpsychologen, die wieder die Idee haben. Die kriegen wir jetzt seit kurzer Zeit wieder. Ich frage mich nur: "Warum haben wir die die letzten Jahre nicht gebraucht?""
Komplizierte Auswärtsaufgabe
AmDonnerstag tritt der Club nun erst einmal wieder im Europapokal an. Im Rückspiel gegen Kopenhagen besteht dieChance auf das Erreichen des Achtelfinales in der Conference League. In der Bundesliga wartet dann das schwierige Auswärtsspiel bei RBLeipzig.
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