Bundestagswahl 2025: Linke sieht sich als "Zünglein an der Waage" im Bundestag

Nach der Spaltung der Linken hatte die Gruppe zuletzt nur noch 28 Abgeordnete. Künftig sind es mehr als doppelt so viele. Für bestimmte Entscheidungen könnten sie den Ausschlag geben.

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Blick auf den Bundesadler im Plenum des Bundestags (Symbolbild). (Foto) Suche
Blick auf den Bundesadler im Plenum des Bundestags (Symbolbild). Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Die Linke drängt die Union, ihren Unvereinbarkeitsbeschluss gegen eine Zusammenarbeit beider Seiten aufzuheben. Zudem müsse CDU-Chef Friedrich Merz sich für die gemeinsame Abstimmung der Union mit der AfD entschuldigen, sagte Linken-Gruppenchef Sören Pellmann. "Dann können wir gerne ins Gespräch kommen."

Die Linke hatte bei der Bundestagswahl 8,8 Prozent der Stimmen erhalten und wird künftig 64 Abgeordnete im Parlament stellen. Ihre Stimmen könnten für eine Zwei-Drittel-Mehrheit zur Änderung des Grundgesetzes gebraucht werden, etwa zur Reform der Schuldenbremse.

"Das werden wir nutzen"

Co-Gruppenchefin Heidi Reichinnek sagte, die Linke könne in der Opposition jetzt das "Zünglein an der Waage" sein und eine zentrale Rolle spielen für ein soziales Land. "Und das werden wir nutzen, genau in dem Sinn, in dem wir das den Menschen versprochen haben", sagte Reichinnek.

Die Linke sei zu Gesprächen mit den demokratischen Fraktionen im Bundestag bereit. "Wir werden eine Reform oder eine Streichung der Schuldenbremse dann mittragen, wenn sie Investitionen in die Zukunft unseres Landes ermöglicht", sagte sie. "Dreckige Deals" für eine Aufrüstung lehne man ab. Gesprächssignale der Union gebe es bisher nicht.

Die jüngste Fraktion

Die künftige Fraktion der Linken ist nach Reichinneks Worten mit einem Durchschnittsalter von 42,2 Jahren die jüngste aller im Bundestag vertretenen Parteien. Der Frauenanteil liege bei 56,2 Prozent, das sei der zweithöchste Wert nach den Grünen.

Zuletzt hatte die Linken-Gruppe im bisherigen Bundestag 28 Abgeordnete. Im Oktober 2023 waren zehn Mandatsträger um die frühere Fraktionschefin Sahra Wagenknecht ausgetreten und hatten eine eigene Gruppe gebildet. Das Bündnis Sahra Wagenknecht hatte den erneuten Einzug in den Bundestag am Sonntag sehr knapp verpasst.

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