
Die Kür von Alice Weidel zur Kanzlerkandidatin der AfD hat auch zu einem gesteigerten Interesse an ihrem Privatleben geführt. In zahlreichen Texten, Sondersendungen und Interviews wird die 46-Jährige vor der Bundestagswahl porträtiert und dazu befragt.
Bei einer Frage wird die Stimmung immer wieder angespannt und in einer neuen ZDF-Doku bricht die AfD-Chefin deshalb sogar ein Interview ab. Es geht um die Frage nach ihrem Wohnsitz.
Weidel lebt mit Schweizerin und zwei Kindern zusammen
Weidel lebt in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft mit einer Schweizerin und zieht mit ihr zwei Kinder groß. Das thematisiert sie auch selbst in den diversen Talkshows und Wahlsendungen. Aber wo ist der Lebensmittelpunkt der AfD-Chefin? Genannt werden immer wieder zwei Orte: Einsiedeln in der Schweiz (Kanton Schwyz) und Überlingen am deutschen Ufer des Bodensees.
Vielleicht hab' ich auch mehrere Wohnsitze?
Als die AfD-Spitze Weidel im Dezember als Kanzlerkandidatin aufstellt, bringt ein Reporter von "Bild" das Thema in der
anschließenden Pressekonferenz
auf und fragt, wie der AfD-Slogan "Zeit für Deutschland" damit zusammengehe, dass Weidel mit ihrer Familie in der Schweiz lebe. "Also ich lebe nicht in der Schweiz, ich habe dort einen Wohnsitz", antwortet Weidel. Sie habe "zwei Wohnsitze, vielleicht habe ich auch mehrere, haben andere Politiker auch", fügt sie leicht genervt hinzu.
Überlingen "mein gemeldeter Wohnsitz"
Wenige Tage vor der Bundestagswahl ist Weidel auf ihrem Interview-Marathon
bei "Bild" zu Gast
. Dort wird sie erneut danach gefragt und bestätigt, dass sie einen Wohnsitz in Überlingen am Bodensee habe, "das ist mein gemeldeter Wohnsitz". Aussagen von Einwohnern werden eingespielt, wonach Weidel dort kaum zu sehen sei. Die AfD-Chefin sagt, sie sei auch sonst nicht zu sehen, da sie sich in Deutschland leider nicht mehr frei bewegen könne. "Ich hab' eine sehr hohe Gefährdungsstufe." Ein Wahlkreisbüro in Überlingen habe sie nicht, weil niemand aus Angst vor Anschlägen auf die AfD vermiete.
Jauch löchert Weidel mit Fragen zu Steuern
Im sogenannten Quadrell bei RTL/ntv
bohrt Moderator Günther Jauch
am Abend darauf bei der Wohnsitzfrage nach. Weidel erklärt: Ihre Frau habe ihren Wohnsitz in der Schweiz, sie selbst sei in Deutschland gemeldet und habe hier ihren Wohnsitz, "meine Frau im Übrigen auch, die Kinder auch", fügt sie dann auch noch hinzu. Jauch will wissen, ob Weidel auf alle ihre Einkünfte die Steuern in Deutschland zahle, "aber natürlich, weil ich das muss", antwortet die AfD-Chefin.
"Ganz oft" in Überlingen
Auch in der aktuellen ZDF-Doku
"Alice Weidel - Ein Porträt"
kommt das Wohnsitzthema wieder dran. Am Drehort Überlingen wird Weidel gefragt, ob der Ort ihr Zuhause sei: "Ja, auch, Überlingen ist auch mein Zuhause". Sie spricht von ihrem "Hauptwohnsitz". Auch hier werden Einwohner eingespielt, die von Weidel bisher noch nichts mitbekommen haben wollen. Als der Reporter sie fragt, wie oft sie im vergangenen Jahr in Überlingen übernachtet habe, antwortet sie "ganz oft". Auf die Nachfrage, wie oft, ob 5, 10 oder 20 Mal bricht die AfD-Chefin schließlich ab. "Nee, ich hab' jetzt keine Lust mehr". Andere Politiker würden auch nicht gefragt, wie oft sie zu Hause übernachteten.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
kns/roj/news.de
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