
- Ruth Moschner übt scharfe Kritik an Alice Weidels Auftritt
- Im Quadrell habe die Kandidatin der AfD vor allem Fake-News verbreitet
- Moschner hält es für gefährlich, der Partei eine Bühne zu bieten
Nach dem TV-Quadrell mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und den Kandidaten Friedrich Merz (CDU), Robert Habeck (Bündnis 90 / Die Grünen) und Alice Weidel (AfD) reagierten viele gereizt - mehr als einmal machte Alice Weidel gefährliche Falschaussagen. Nun meldet sich auch die Fernseh-Moderatorin Ruth Moschner zu Wort und übte scharfe Kritik an dem Auftritt im Quadrell von "Stern", "RTL" und "ntv".
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Das denkt Ruth Moschner von Alice Weidels Auftritt im TV-Quadrell
"Hallo ihr Lieben, ich bin euch noch eine Bewertung der Performance von Kanzlerkandidat Weidel schuldig", beginnt Moschner ihren Post auf Instagram. Sie gendert hier nicht - eine bewusste Entscheidung, die auf Weidels Abneigung gegenüber dem Gendern zurückzuführen ist. "Meine Befürchtung hat sich leider bestätigt. Für mich ist Kanzlerkandidat Weidel der strahlende Sieger des gestrigen Quadrells", erklärt die Moderatorin in dem Post. Sieger, weil Weidel besonders in ihrem Schlussplädoyer ungestraft Falschinformationen verbreiten konnte und "ihr Programm durchziehen" konnte. Doch der Hauptgrund für Moschners Entsetzen sei nicht nur das einstudierte Programm der AfD-Kandidatin, das mittlerweile zur Routine geworden ist.
Moschner: "brandgefährlich", die AfD ins Fernsehen einzuladen
Vielmehr beklagt Moschner, dass die AfD durch die Medien noch immer eine Bühne gestellt bekommt. Sie hält es für "brandgefährlich, einen Vertreter einer Partei, die in Teilen als gesichert rechtsextrem gilt, die den Holocaust relativiert, die antisemitische Codes verwendet, die sich nicht distanziert von rechtsextremen Aussagen diverser Mitglieder, die ein (verfassungswidriges) Religionsverbot im Parteiprogramm hat, in TV-Sendungen einzuladen." Durch die Auftritte im Fernsehen könnten Alice Weidel und ihre Parteikollegen Menschenfeindlichkeit und Hass immer weiter in die Normalität rücken. Je häufiger die AfD ihre Werte vor einem Millionenpublikum neben Vertretern anderer Parteien präsentieren könne, desto eher wird also angenommen, dass es sich dabei um ethisch vertretbare Werte handele.
Weidel im Faktencheck: Viel Fake-News, wenig Substanz
Den Live-Faktencheck der "Stern"-Redaktion findet Moschner löblich. Aber: "Ich fürchte, dass dieser nicht unbedingt von den Personen verfolgt wird, die ihn dringend lesen sollten." Zwar plädiere die AfD für freie Meinungsäußerung, doch "Rassismus, Antisemitismus und Fakenews [sind] keine Meinung". Ganz im Gegenteil - die Äußerungen der AfD-Spitzenkandidatin seien als Manipulationstaktik einzuordnen, so Moschner.
Weidel machte unter anderem Falschaussagen zum Thema Bürgergeld, als sie in einer Beispielrechnung behauptete, dass Bürgergeldempfänger aus der Ukraine mehr Geld netto übrig hätten als ein Facharbeiter mit 5300 Euro Bruttolohn. Laut ntv-Rechnung hat der Facharbeiter nach allen Abzügen immer noch über 1000 Euro mehr. Von den Falschaussagen blieb ein Großteil von "stern.de" ungeprüft, dabei hatten sich sowohl die anderen Kandidaten als auch die Moderatoren Günther Jauch und Pinar Atalay auf die Faktenchecker verlassen.
Hass ist keine Grundlage für eine Debatte
Dem Post von Ruth Moschner ging noch eine Warnung voran: Die Kommentare seien ausgeschaltet und würden auch deaktiviert bleiben. Offenbar erhielt die Moderatorin schon zuvor Hassnachrichten, in denen es unter anderem "Lösch dich" und "Systemnuxxe" hieß. Auch Aufforderungen zum Suizid waren scheinbar dabei. Kommentare wie diese seien keine "Grundlage für eine Debatte [...], sondern Straftaten, denen wir natürlich auch nachgehen werden."
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