
- Hoffnung für Olaf Scholz im Bundestagswahlkampf?
- SPD hat unter Migranten größtes Wählerpotenzial laut Studie
- Verluste für Sozialdemokraten bei türkischstämmigen Wählern
- 7,1 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund sind wahlberechtigt
Hat Bundeskanzler Olaf Scholz überhaupt noch eine Chance, die Wahl am 23. Februar zu gewinnen? Die Umfragewerte für seine SPD sind mies. Trotzdem zeigte sich der noch amtierende Regierungschef in der vergangenen Woche weiter zuversichtlich, das Ruder doch noch rumreißen zu können. Wie eine neue Studie zeigt, sollte Scholz dabei auch auf die Mithilfe von Migranten setzen.
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Olaf Scholz hat vor Bundestagswahl bei SPD größtes Wählerpotenzial bei Migranten
Worum es geht: Das Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) nahm das Wahlverhalten der größten Gruppen von Zuwanderern in Deutschland unter die Lupe. Sie stammen aus der ehemaligen Sowjetunion, dem EU-Ausland, Nahost, Nordafrika und der Türkei.
Die SPD hat in allen Gruppen mit Ausnahme jener aus der Ex-Sowjetunion das größte Wählerpotenzial. Bis zu 78,6 Prozent (EU-Ausland) könnten sich vorstellen, die Partei von Kanzler Olaf Scholz zu wählen, wie von der "Frankfurter Allgemeine" (FAZ) veröffentlichte Ergebnisse zeigen. Es folgt die Gruppe aus Nahost und Nordafrika mit 73,7 Prozent. Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion könnten sich am ehesten vorstellen, die Union zu wählen (68,7 Prozent). Für die Grünen gibt es das größte Wählerpotenzial bei den EU-Ausländern (65,1 Prozent), hier erreicht auch die FDP ihren besten Wert. Über alle Gruppen hinweg gibt es das geringste Wählerpotenzial für die AfD.
SPD mit Verlusten bei türkischstämmigen Wählern laut neuer Studie
Die FAZ weist daraufhin, dass das Wählerpotenzial für SPD und Union unter Migranten tendenziell ein wenig geringer ist als bei Menschen ohne Migrationshintergrund. Zudem müssen die Sozialdemokraten Einbußen bei türkischstämmigen Wählern verkraften. In dieser Gruppe gibt es ein auffallend hohes Wählerpotenzial für BSW (60,9 Prozent) und Die Linke (60,7 Prozent). Laut dem Soziologen Özgür Özvatan könnte dies unter anderem mit den israelkritischen und propalästinensischen Positionen dieser beiden Parteien zusammenhängen.
Warum das wichtig ist: Insgesamt sind in Deutschland laut "Mediendienst Integration" 7,1 Millionen Menschen mit einer Einwanderungsgeschichte wahlberechtigt. Das sind rund 12 Prozent aller Personen, die bei der Bundestagswahl ihre Kreuze auf den Stimmzetteln setzen dürfen. Insgesamt sind Menschen mit Migrationshintergrund in ihrem Wahlverhalten heterogen. Es zeigte sich jedoch zuletzt folgende Tendenz: Zustimmung für große Parteien wie SPD, CDU und CSU nahm ab. Kleinere Parteien wie Grüne oder Linke konnten hinzugewinnen.
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gom/news.de
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