Andrej Illarionow: Kriegsende nur so möglich: Ex-Putin-Berater will Russlands militärische Niederlage

Kann der Ukraine-Krieg mit diplomatischen Mitteln beendet werden? Ein ehemaliger Wirtschaftsberater von Wladimir Putin zweifelt daran. Andrej Illarionow glaubt, dass Verhandlungen mit Russland nur möglich seien, wenn es zuvor auf dem Schlachtfeld besiegt wird.

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Muss Wladimir Putin im Ukraine-Krieg militärisch besiegt werden, damit es Frieden gibt? Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin | Gavriil Grigorov
  • Ex-Wirtschaftsberater setzt auf Putin-Niederlage im Ukraine-Krieg
  • Laut Andrej Illarionow nur in diesem Fall Verhanldungen mit Russland möglich
  • Europäische Staaten beraten über Donald Trumps Pläne zur Beendigung des Krieges

US-Präsident Donald Trump will den Ukraine-Krieg in naher Zukunft mit diplomatischen Mitteln lösen. Inwieweit Europa bei Friedengsgesprächen mit eingebunden werden ist zum jetzigen zeitpunkt noch unklar. Zudem warnen Experten davor, dass Wladimir Putin zu keinen großen Kompromissen bereit sein könnte und einem Waffenstillstand nur zu für ihn akzeptablen Bedingungen zustimmen könnte. Ein ehemaliger Wirtschaftsberater des Kremlchefs mach sich ebenfalls wenige Hoffnungen auf einen plötzlichen Sinneswandel im Kreml. Laut Andrej Illarionow müsse Trump erkennen, dass Frieden in der Ukraine nur durch eine militärische Niederlage Russlands möglich wäre.

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Solche Gedanken äußerte der Ex-Putin-Berater in einem Interview mit dem Sender "NTD News", welches der ukrainische Rennfahrer Igor Suschko auf seinem X-Kanal teilte. Andrej Illarionow hob zunächst hervor, dass es eine "edle Absicht" von Donald Trump sei, den Ukraine-Krieg zu beenden. Allerdings sei aus den vergangenen Monaten folgende Lehre zu ziehen: "Dieser Krieg kann gestoppt und der Frieden auf einen einzigen Weg erreicht werden: durch eine militärische Niederlage der russischen Streitkräfte." Dies sei laut dem Experten die Voraussetzung, "bevor irgendwelche fruchtbaren Verhandlungen geführt werden können". Andrej Illiarionow fordert außerdem eine "massive Aufstockung der Militärhilfe für die Ukraine". Die Beteiligten würden wahrscheinlich nicht verstehen, dass es sich bei dem Krieg in der Ukraine um einen Konflikt handele, der mit der Größenordnung des Zweiten Weltkriegs vergleichbar wäre.

Das ist Andrej Illarionow: Der russische Ökonom war zwischen 2000 und 2005 als Berater in Putins Regierung tätig. Mittlerweile hat er sich vom Kreml abgewandt und ist ein scharfer Kritiker des Regimes. Er tritt für eine offene Gesellschaft und Demokratie ein. Zwischen 2006 und 2021 arbeitete er als Senior Fellow am Center for Global Liberty and Prosperity der US-Denkfabrik Cato Institute.

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Europäische Staats- und Regierungschef wollen sich am Montag, 17. Februar, in Paris treffen, um über Trumps Pläne zur Beendigung des Ukraine-Kriegs zu beraten. Es soll nach Angaben von Diplomaten darum gehen,was die Europäer zu einem möglichen Friedensdeal beitragen können.Aus Amerika gab es zuletzt Signale, dass Europa bei Gesprächen nicht mit am Verhandlungstisch sitzen könnte. Derweil wollen Berichten zufolge in der kommenden Woche unter anderem US-Außenminister Marco Rubio und ranghohe Vertreter Russlands in Saudi-Arabien miteinander sprechen. Ein persönliches Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin soll dort ebenfalls vorbereitet werden.

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/news.de/dpa

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