Wladimir Putin: Kremlchef zu keinen Kompromissen bereit? Experte warnt vor Geheim-Ziel

Inwieweit Europa bei möglichen Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg mit eingebunden wird, ist momentan unklar. Die Sorge davor, dass US-Präsident Wladimir Putin zu große Zugeständnisse machen könnte, bleibt groß. Ein Experte ist sich sicher: An einer für alle Seiten zufriedenstellenden Konfliktlösung ist der Kremlchef sowieso nicht interessiert.

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Was will Wladimir Putin bei möglichen Friedensverhandlungen mit der Ukraine wirklich erreichen? Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin | Gavriil Grigorov
  • Experte warnt vor Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin
  • Laut US-Diplomat Max Bergmann ist Kremlchef zu keinen ernsthaften Zugeständnissen im Ukraine-Krieg bereit
  • Putin könnte Keil zwischen USA und Ukraine treiben wollen

Was aktuell im Ukraine-Krieg wichtig ist: Donald Trump will rasch für Friedensverhandlungen zwischen Moskau und Kiew sorgen. Dazu kündigte der US-Präsident ein baldiges Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin in Saudi-Arabien an. Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj warb unterdessen bei der am Wochenende stattfindenden Münchner Sicherheitskonferenz um weitere Unterstützung für sein Land und forderte zudem, dass auch Europa bei Gesprächen mit Russland mit am Verhandlungstisch sitzen müsste. Die Sorge in Europa ist groß, dass Trump seine Partner einfach übergeht und durch zu große Zugeständnisse an Putin für keinen dauerhaften und gerechten Frieden in Ukraine sorgen könnte. Ein Experte warnt jetzt vor den eigentlichen Absichten des Kremlchefs. Dieser sei nicht an Kompromissen interessiert.

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Der US-Diplomat Max Bergmann, während Barack Obamas Amtszeit als Präsident für den damaligen Außenminister John Kerry tätig, blickt gegenüber der "Bild" mit großer Sorge auf das bevorstehende Treffen von Donald Trump und Wladimir Putin. Ihm zufolge werde Russland "keine ernsthaften Zugeständnisse machen, weil es das Gefühl haben wird, den Krieg zu gewinnen."

Bergmann ging im Interview mit dem Boulevardblatt außerdem auf Vermutungen ein, dass Putin auch zu seinen Forderungen aus dem Jahr 2021 zurückkehren möchte, nach denen die Nato-Truppen auf das Niveau von 1997 reduziert werden sollten und warnt in diesem Zusammenhang vor einer Gefährdung des gesamten Sicherheitssystems in Europa. Trump könnte auch zustimmen, alle US-Truppen aus der Europa abzuziehen, um den Weg für Friedensverhandlungen frei zu machen.

Putin will laut Experte USA und Ukraine gegeneinander ausspielen

Der Kremlchef sei nicht an einer Friedensvereinbarung interessiert. Laut dem Direktor für Russland-, Europa- und Eurasienprogramme im Analysezentrum "CSIS" könnte Putin stattdessen versuchen, die USA und die Ukraine gegeneinander auszuspielen. "Er wird wollen, dass die USA sich verpflichten, den Beitritt der Ukraine zur Nato zu blockieren, keine militärische Hilfe wieder aufzunehmen und die Aufklärungs- und andere Unterstützung für Kiew zu reduzieren", so Bergmann gegenüber der "Bild" weiter. Der Kreml wolle zudem die Kontrolle über die besetzten Gebiete beibehalten und bei diesem Thema Druck auf die Ukraine ausüben. Sollten die Verhandlungen scheitern, könnte Putin laut Max Bergmann dafür die Ukraine "verantwortlich machen und Zwietracht zwischen Kiew und Washington schüren".

Wolodymyr Selenskyj zeigte sich offen für Verhandlungen mit Russland und lobte Trump

Wolodymyr Selenskyj zeigte sich zuletzt offen für Friedensverhandlungen. Bereits nach einem Telefonat mit Donald Trump äußerte er sich positiv zu den Bemühungen des US-Präsidenten. Nach einem Gespräch mit Trump-Vize J.D. Vance bei der Münchner Sicherheitskonferenz schrieb der ukrainische Regierungschef außerdem auf der Plattform X (vormals Twitter): "Wir schätzen die Entschlossenheit von Präsident Trump sehr, die dazu beitragen kann, den Krieg zu beenden und Gerechtigkeit und Sicherheitsgarantien für die Ukraine zu bewirken."

Warum das wichtig ist: Insbesondere um einen möglichen Verzicht auf eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine als Voraussetzung für Friedensverhandlungen mit Moskau gab es zuletzt Verwirrung. Aus der USA hieß es zunächst, dass ein Nato-Beitritt der Ukraine unrealistisch sei, kurz darauf sagte Trumps stellvertretende Ukraine-Beauftragte John Coale gegenüber Reuters, diese Option liege weiterhin auf dem Tisch. Die USA hatten zudem betont, dass sie keine eigenen Soldaten für eine Friedenstruppe in die Ukraine schicken wollen. Hauptsächlich verantwortlich für die Sicherheit der Ukraine sollen nach Trumps Vorstellungen offenbar die Nato-Partner in Europa sein.

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/news.de/dpa

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