
Der Frühling steht bevor und mit ihm dürften auch die Temperaturen ansteigen. Das wärmere Wetter lockt damit mehr Menschen in die Natur. Gleichzeitig wirkt sich der Wetterumschwung auch auf die Zeckenpopulation aus. Nun hat das RKI weitere Gebiete ausgewiesen, in denen Menschen vor Zeckenstichen besonders auf der Hut sein sollten.
Zecken in Deutschland 2025: RKI weist weitere Risikogebiete aus
Das Robert Koch-Institut (RKI) hat drei neue Risikogebiete für die von Zecken übertragene Krankheit FSME in Deutschland ausgewiesen. Demnach besteht ein Risiko für die Infektion mit den Viren nun im Stadtkreis Augsburg, im südlichen Brandenburg im Landkreis Elbe-Elster und im niedersächsischen Landkreis Celle. Somit seien aktuell bundesweit 183 Kreise als FSME-Risikogebiete ausgewiesen.
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Zecken-Risikogebiete in Deutschland
Ein Risiko für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) besteht vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen, im südöstlichen Thüringen, in Sachsen und im südöstlichen Brandenburg. Einzelne Gebiete liegen demnach auch in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, in Niedersachsen und in Nordrhein-Westfalen.Hinzu kommen einzelne Risikogebiete in anderen Bundesländern. Dem RKI zufolge kommt es vereinzelt auch zu Infektionen außerhalb ausgewiesener Risikogebiete. Die Einstufung von Risikogebieten basiert auf Daten zu gemeldeten FSME-Erkrankungen.
Im vergangenen Jahr 2024 seien 686 FSME-Erkrankungen gemeldet worden - die zweithöchste Zahl seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001. Das entspricht fast dem Doppelten des jährlichen Medianwertes von 352 Erkrankungen. Im Jahr 2020 waren 718 Fälle verzeichnet worden. Erst kürzlich hatte der Leiter des Nationalen Konsiliarlabors für Frühsommer-Meningoenzephalitis am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr, Gerhard Dobler, mitgeteilt, es sei in ganz Deutschland möglich, sich mit FSME zu infizieren. Er empfahl, ganz Deutschland als Risikogebiet zu bezeichnen. Bisherige Risikogebiete könnten dann als Hochrisikogebiete herausgestellt werden.
Symptome, Übertragung und Co.: Diese Krankheitszeichen weisen auf FSME hin
FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis. Überträger sind hierzulande die Zeckenarten "Gemeiner Holzbock" und "Auwaldzecke". Die Erkrankung wird durch das Tick-Borne Encephalitis-(TBE-)Virus verursacht. Es gibt drei Subtypen. In Deutschland wird der Begriff FSME für den europäischen Subtyp verwendet. Überwiegend verlaufen die Infektionen mit den Viren ohne Symptome. Das Risiko einer schweren Erkrankung ist bei Menschen über 60 Jahren deutlich erhöht. Durch Bluthochdruck oder eine Krankheitsphase kann es zu einem schweren Verlauf kommen. Bis erste Symptome nach der Infektion auftreten vergehen zwischen sieben und 14 Tagen. Sie können nach 28 Tagen verschwinden. Folgende Symptome können je nach Phase auftreten:
- Leichte Phase: grippeähnliche Symptome wie Kopfschmerzen, Fieber und Gliederschmerzen. Bauchschmerzen und Erbrechen sind möglich.
- Schwere Phase: neurologische Folgen
- Meningitis (Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute): starke Kopfschmerzen und hohes Fieber; bei Kindern Apathie und Krampfanfälle möglich
- Enzephalitis (Gehirnentzündung): Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit, Lähmungen im Gesicht
- Myelitis (Rückenmarksentzündung): Lähmungen in Armen oder Beinen, Hör-, Schluck- und Sprechstörungen
Lyme-Borreliose: Zecken können gefährliche Bakterien-Infektion auslösen
Zecken können auch die Erreger der Lyme-Borreliose übertragen, was oft erst Stunden nach Beginn des Saugakts erfolgt. Sie ist laut RKI wesentlich häufiger und komme deutschlandweit vor. Erstes Symptom ist oft eine größer werdende Rötung um die Einstichstelle herum, später können Nerven, Gelenke und Herz von den Bakterien befallen werden.
So schützen Sie sich vor Zeckenbissen
Den zuverlässigsten Schutz biete die FSME-Impfung, schreibt das RKI. Menschen, die in FSME-Risikogebieten wohnen, arbeiten oder sich dort aus anderen Gründen aufhalten und dabei ein Risiko für Zeckenstiche haben, empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) eine FSME-Impfung. 98 Prozent der 2022 übermittelten FSME-Erkrankten sei aber nicht oder unzureichend dagegen geimpft gewesen, schreibt das RKI. Die Impfquoten seien auch in Risikogebieten auf niedrigem Niveau. Ein hoher Anteil von Fällen gelte somit als vermeidbar
Da FSME-Viren bereits bei Beginn des Saugakts in den Menschen kämen, müssten sie umgehend entfernt und die Wunde desinfiziert werden. Späteres Absuchen des Körpers und Herausziehen von Zecken schütze wenig. "Zeckenstiche können zum Teil durch Schutzmaßnahmen wie das Tragen geschlossener Kleidung, das Vermeiden von Unterholz und hohen Gräsern und das Verbleiben auf festen Wegen verhindert werden."
Dieser Artikel wurde nach umfassender Recherche erstellt und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Im Notfall sollten Sie immer einen Mediziner oder den Rettungsdienst um Hilfe bitten.
Verwendete Quellen:
- RKI: Epidemiologische Bulletin, Nummer 9.2025 (aufgerufen am 2. März)
- gesund.bund.de
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bos/news.de/dpa
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