Lotto-Gewinn und Scheidung: So halten Sie Ihr Geld zusammen!

Sie haben im Lotto gewonnen? Erst ist die Freude über den Gewinn groß, doch dann tauchen die ersten Fragen auf: Muss ich meinen Gewinn teilen - womöglich sogar mit meinem getrennt lebenden Ex-Partner? Wir klären auf.

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Was tun mit dem Lottogewinn im Falle einer Scheidung? (Foto) Suche
Was tun mit dem Lottogewinn im Falle einer Scheidung? Bild: Maja Hitij/dpa

Laut Auskunft des Statistischen Bundesamts wird in Deutschland jede dritte Ehe geschieden. Doch auch wenn die Quote so niedrig ist wie schon lange nicht mehr, stellt sich allen, die nach einem Lotto-Gewinn vor dem Scheidungsanwalt stehen, die Frage: Wer hat denn jetzt eigentlich Anrecht auf das viele Geld?

100 Deutsche werden jährlich zum Lotto-Millionär

Jedes Jahr, das haben aktuelle Umfragen von Statista.com ergeben, werden etwa 100 Einwohner Deutschlands durch einen Lottogewinn zum Millionär – eine beeindruckende Zahl. Für diejenigen, die in einer glücklichen Beziehung leben, ist meist klar: Das Geld wird mit der oder dem Liebsten geteilt. Doch was, wenn die Liebe bröckelt, eine Scheidung unausweichlich ist? Darf der Lottogewinner das Geld behalten? Oder muss gerecht (auf-)geteilt werden?

Wem steht nach einer Scheidung der Lotto-Gewinn zu?

Eine nicht ganz unerhebliche Rolle bei der Beantwortung der Fragen spielt der Ehevertrag: Wurde im Vorfeld ein entsprechender Vertrag mit einer strikten Gütertrennung notariell verfasst und beglaubigt, steht das Preisgeld nach der Trennung nur dem zu, der mitgespielt bzw. gewonnen hat. Denn beide Partner, so regelt es das Gesetz, sind ausschließlich für sich selbst verantwortlich.

Ohne Gütertrennung wird geteilt

Anders verhält es sich bei einer Scheidung ohne explizite Vertragsvereinbarungen in Sachen Gütertrennung: Dann wiederum kann der Partner laut § 1363 des BGB einen Anspruch auf Zugewinnausgleich geltend machen. Der Lottogewinner muss also für finanziellen Ausgleich sorgen. Ähnliches gilt bei der Berechnung des Unterhaltsgeldes für die Kinder: Da das eigene Vermögen gewachsen ist, steigen die Abgaben ebenfalls entsprechend an. Da nützt auch das vorherige Geheimhalten des Gewinnes nichts. Immerhin: Die Zinsen aus den Anlagen gelten jedoch wiederum als Einkommen, werden also bei der Unterhaltsberechnung nicht mit berücksichtigt.

Lotto spielen im Trennungsjahr: Vorsorge ist besser als Nachsorge

Nicht selten raten Anwälte ihren Mandanten während des gesetzlich festgelegten und für eine Scheidung obligatorischen Trennungsjahres zu einem vorzeitigen Gewinnausgleich. Wird dann während dieser Zeit ein Lottogewinn erzielt, fällt dieser nicht mit in die Zugewinngemeinschaft. Ansonsten gilt hier das gleiche wie bei einer Scheidung ohne vereinbarte Gütertrennung: Der Gewinn wird unter den Gesichtspunkten des finanziellen Ausgleichs unter beiden Ehepartnern aufgeteilt.

Wussten Sie schon?! 13 unbekannte Fakten über Lotto
Lotto 6 aus 49
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  • Das Wort "Lotto" kommt aus dem Italienischen und bedeutet so viel wie Los- oder Glücksspiel.

  • Die Lottokugeln sind eigentlich Tischtennisbälle.

  • Am 9. Oktober 1955 gab es die erste bundesweite Ziehung der Lottozahlen "6 aus 49" in einem Hamburger Hotel. Zwei Waisenmädchen waren die Glücksbringer.

  • Im Juni 1956 wurde die Zusatzzahl eingeführt.

  • Im September 1965 gab es die erste Lottoziehung live im Fernsehen.

  • Im April 1982 startete die Ziehung am Mittwoch im ZDF. Zunächst war das Tippsystem "7 aus 38", seit Juni 1986 wie am Samstag "6 aus 49".

  • Die Superzahl wird seit Dezember 1991 gezogen, im Mittwochs-Lotto seit Dezember 1995. Im Mai 2013 wurde die Zusatzzahl abgeschafft, die Superzahl gilt seitdem für alle Gewinnränge.

  • Seit Juli 2013 wird die Live-Ziehung der Lottozahlen im Internet übertragen.

  • Die Wahrscheinlichkeit, 6 Richtige plus Superzahl zu tippen, beträgt rund 1 zu 140 Millionen, die Chance auf einen Sechser etwa 1 zu 15,5 Millionen.

  • In den mehr als 5400 Ziehungen seit 1955 ist die 43 die bisher am häufigsten ausgespielte Zahl, die 13 fiel am seltensten.

  • Etwa ein Viertel der Bevölkerung - rund 20 Millionen pro Woche - spielt mehr oder weniger regelmäßig das Glücksspiel.

  • In einer "normalen" Woche - ohne gut gefüllten Jackpot - geben die Bundesbürger durchschnittlich 12,3 Millionen Spielaufträge in den rund 23.000 bundesweiten Annahmestellen oder im Internet ab.

  • Den bisher größten Jackpot - 45,4 Millionen Euro - teilten sich im Dezember 2007 drei Tipper. Der bisher höchste Einzelgewinn - 37,7 Millionen - ging im Oktober 2006 an einen Spieler aus Nordrhein-Westfalen.

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