Zeitgeschichte für jedermann: Hier können Sie einen Nazi-Bunker kaufen

Ein riesiges Grundstück umgeben von Strand und Naturschutzgebieten - klingt verlockend? In der Normandie steht eine solche Anlage nun zum Verkauf. Allerdings handelt es sich dabei um einen Nazi-Bunker aus dem 2. Weltkrieg.

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So sah die Batterie York in der Normandie im Jahr 1844 aus. (Foto) Suche
So sah die Batterie York in der Normandie im Jahr 1844 aus. Bild: Photos Normandie/Flickr/CC BY-SA 2.0

Historische Immobilien sind auf dem Markt heiß begehrt. In der Normandie kann jedermann nun einen Brite versteigert Görings Uniform - inklusive Schweiß.

Bei der Artilleriebatterie York handelt es sich um einer der vielen Bunker- und Atillerieanlagen, die die Deutschen entlang der Küste bauten und an denen die Allierten 1944 herbe Verluste erlitten. Nun soll das historische Erbe, auch "Festung Cherbourg" genannt, verkauft werden.

300.000 Euro Verkaufspreis für Tausende Quadratmeter in der Normandie

Rund 300.000 Euro müssen Interessenten dafür berappen - ein Schnäppchen angesichts einer Größe von mehreren Tausend Quadratmetern und einer gut erhaltenen Bausubstanz. Neben reichlich Platz gibt es auch eine eigene Einfahrt mit viktorianischen Torpfosten. Die originalen 4,5-Meter-Tore sind noch erhalten.

Führungen soll es in dem Bunker bereits gegeben haben. Womöglich steigt der Marktwert der Anlage sogar noch. So ging ein nur 100.000 Quadratmeter großer Bunker in Cherbourg für 109.000 Euro an einen neuen Besitzer. Bei der gigantischn Batterie York ist also noch Luft nach oben.

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Deutschlands düstere Geschichte
Stars mit SS-Vergangenheit
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  • Horst Tappert


    Tapperts Fall ist nicht nur eine der jüngsten Enthüllungsgeschichten zur SS-Vergangenheit von Promis - sondern auch eine, die die Öffentlichkeit besonders erschütterte. Erst Anfang des Jahres wurde bekannt, dass der 2008 verstorbene Derrick-Darsteller ab 1943 bei einer «Totenkopf-Division» der Waffen-SS in der Ukraine in Dienst stand. 

  • Ob Tappert freiwillig zu der Einheit kam - ab 1942 wurden junge Menschen zwangseinzogen - und ob er direkt an Gräueltaten beteiligt war, ist unklar. Sicher ist aber, dass die «Totenkopf-Divisionen» zu den grausamsten Einheiten der Nazis gehörten und für Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung verantwortlich waren.

  • Günter Grass (85)


    Besonders überraschend kam 2006 das Geständnis des Nobelpreisträgers, ab Herbst 1944 Mitglied der Waffen-SS-Division «Frundsberg» gewesen zu sein. Grass, bei der Enthüllung 78 Jahre alt, hatte trotz seiner Rolle als wichtiger politischer Meinungsträger bis dahin über seine SS-Vergangenheit geschwiegen.

  • Grass war nach eigenen Angaben als sogenannter Ladeschütze tätig und schoss selber nicht auf Menschen. Trotzdem war die Erschütterung über Grass' Enthüllung groß. Einige Beobachter forderten sogar die Aberkennung seiner zahlreichen Ehrungen und Auszeichnungen.

  • Hardy Krüger (85)


    Auch Krüger, zwischenzeitlich einer der bekanntesten Schauspieler Deutschlands im Ausland, wurde in den Wirren der letzten Kriegstage 1945 in die Waffen-SS eingezogen. Allerdings hatte der Mime bereits früh sehr offen über diese Tage gesprochen. 

  • Er war 1945 gerade einmal 16 Jahre alt - und wäre nach eigenen Angaben fast vor ein Erschießungskommando gestellt worden, nachdem er sich weigerte, in einem Gefecht am Donaubogen auf amerikanische Soldaten zu schießen. Krüger war als Kinderschauspieler auch für den Propagandastreifen «Junge Adler» vor der Kamera gestanden - und hatte bei dieser Gelegenheit bereits von der Existenz von Konzentrationslagern erfahren, wie er in Interviews berichtete.

  • Otto Beisheim


    Auch der Geschäftsmann Otto Beisheim, der zu den Gründern des Metro-Konzerns (unter anderem MediaMarkt, Saturn), zählte, hatte eine Vergangenheit bei der Waffen-SS: Er war in den letzten drei Kriegsjahren als Gefreiter bei der «Leibstandarte Adolf Hitler». Das bestätigte vor einigen Jahren der Vorsitzende der Otto-Beisheim-Stiftung.

  • Aus diesem Grund gab es 2005 auch einen Eklat um die geplante Umbenennung eines Gymnasiums im bayerischen Tegernsee. Zu dieser kam es letztlich - auch wegen der damals ungeklärten SS-Vergangenheit Beisheims - nicht.

  • Erwin Strittmatter


    Mit Strittmatter war auch ein weiterer prominenter Schriftsteller zumindest im Dunstkreis der SS tätig. Strittmatter, einer der profiliertesten Literaten der DDR, war in einem «SS-Polizei-Gebirgsjäger-Bataillon» in Südosteuropa im Dienst. Allerdings war der Zusatz SS in diesem Fall eher ein «Ehrentitel» - die Mitglieder waren nicht zwangsläufig SS-Angehörige.

  • Der Schriftsteller soll sich auch 1940 freiwillig für den Kriegsdienst, auch bei der SS, gemeldet haben, vor allem um Abstand von seiner Familie zu gewinnen. Er wurde damals allerdings zunächst nicht eingezogen. Auch der 1994 verstorbene Strittmatter schwieg zeitlebens über dieses Kapitel.

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