Pasta gibt es im Kindergarten als einziges Gericht zweimal pro Woche, Spaghetti Bolognese ist das Lieblingsessen Nr. 1 in Deutschland.
1960 musste eine Pressemitteilung des Arbeitsamtes darüber aufklären, dass Italiener gern «nicht zu weich gekochte Teigwaren» essen, aber nicht mit Mehlschwitze, bitte, sondern mit Tomatensoße!
Übrigens essen Deutsche...
... pro Kopf genauso viel Eis wie Italiener!
Döner Kebab wurde in Spanien von einem deutsch-türkischen Unternehmergespann eingeführt.
Jedes 3. Kind unter 6 Jahren hat in Deutschland einen Migrationshintergrund! Für Grundschüler ist es bald das normalste der Welt, dass Deutsche nicht blond und bläuäugig sind.
Sibel Kekilli (türkischer Migrationshintergrund) spielt im Tatort Sarah Brandt, eine Kommissarin ohne Migrationshintergrund.
Ein kleiner Italiener ist Chef der «Zeit», ein großer Italiener moderiert die «Tagesthemen», eine Griechin präsentiert die «Tagesschau», eine Türkin ist schönes Aushängeschild bei «RTL» und eine Irakerin macht «Heute»-Nachrichten und das «Morgenmagazin».
(Giovanni di Lorenzo, Ingo Zamperoni, Linda Zervakis, Nazan Eckes, Dunja Hayali)
Die Deutsche Nationalelf hat sich in einem Jahrzehnt zur Multikulti-Truppe gewandelt - und gewinnt jetzt auch wieder!
Zur Fußball-EM 2000 gab es im Kader zwei Spieler mit Migrationshintergrund (Dariusz Wosz, Spätaussiedler aus Polen, und Paulo Rink, eingebürgerter Brasilianer). 2012 war es ein Drittel der Mannschaft - mit Wurzeln aus Ghana, Tunesien, Spanien, Polen und der Türkei.
Seit 2010 hat Deutschland die erste türkischstämmige Ministerin, Axgül Özkan, Sozialministerin in Niedersachsen.
Trotzdem wissen die meisten Deutschen immer noch nicht, dass «Özdemir», der Name des Grünen-Chefs, mit einem weichen «s» gesprochen wird.
Seit 2006 ziehen mehr Menschen von Deutschland in die Türkei als umgekehrt.
2012 haben knapp 130.000 Menschen einen Integrationskurs besucht. Seit 2005 müssen Migranten in Deutschland als Grundlage für eine Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung das B1-Sprachniveau vorweisen.
In Deutschland gibt es insgesamt rund 3000 Moscheen, zählt man auch die Laden- und Hinterhofmoscheen hinzu. Fünf Prozent der Bevölkerung sind Muslime (je rund 30 Prozent Katholiken und Protestanten).
Auf immer mehr Friedhöfen gibt es eigene islamische Bestattungsfelder.
Trotzdem ist der Islam keine staatlich anderkannte Religionsgemeinschaft.
«Hilfe, die glauben!», schrieb «Die Zeit» 2012.
Was viele verstört: Während das Christentum immer unwichtiger wird - seit 1995 ist die Zahl der Kirchenmitglieder um acht Millionen zurückgegangen - leben die 4,5 Millionen Muslime in Deutschland ihre Religion sehr aktiv.
Beim Festival «48 Stunden Neukölln» geht es um Themen wie Mode, Musik, Träume, Umweltschutz. Sprachen sind Spanisch, Englisch, Deutsch, Türkisch. Dass die 160 Nationen des Viertels dabei mitwirken, ist kein Thema, sondern selbstverständlich.
Das Deutsche Historische Museum zeigt die Ausstellung Migration 1500 bis 2005 - und betont damit, dass Zuwanderung in Deutschland nicht erst seit dem ersten Anwerbeabkommen 1955 mit Italien stattfindet:
Es gab ja auch Hugenotten, Ruhrpolen, Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg, Spätaussiedler...
Hunderttausende Deutsche wanderten im 19. Jahrhundert in die USA aus und pflegten dort ihre Traditionen. Das kam nicht gut an: «Die integrieren sich nicht!» schimpfte die englischsprachige Mehrheit und mobbte die Deutschen.
Am Münchner Hauptbahnhof auf Gleis 11, wo früher die Gastarbeiter ankamen, hängt eine von der Künstlerin Gülcan Turna gestaltete Gedenktafel: «Kartoffel. Ich liebe dich!» steht darauf: der einzige deutsche Satz einer türkischen Schneiderin, als sie hier aus dem Zug steig.