Deutsch im Sprachenvergleich: Wie hört sich Deutsch für Ausländer an?

Ohren zu und durch! Das müsste man jedem ausländischen Touristen raten, wenn er Deutschland besucht. Denn im internationalen Sprachenvergleich kommen wir ziemlich schlecht weg. Kaum eine andere Sprache klingt so hart und aggressiv.

Erstellt von Dana Kaule - Uhr

Die deutsche Sprache ist nicht nur schwer, sondern auch hart. (Symbolbild) (Foto) Suche
Die deutsche Sprache ist nicht nur schwer, sondern auch hart. (Symbolbild) Bild: dpa

Oh je, oh je... Was haben wir Deutschen nur für einen Ruf im Ausland. Vom ewigen Klischee der lederhosentragenden, biertrinkenden Bratwurst-Liebhaber einmal abgesehen.

Auch unsere Sprache genießt kein sonderlich großes Ansehen. Das Wort, was einem die meisten Ausländer im Urlaub als erstes an den Kopf knallen, ist noch immer Sch****. Das sagen sie einem dann mit strahlenden Augen und freuen sich, das in ihrem Wortschatz etwas Deutsch steckt.

Das ist also typisch Deutsch
Einwanderungsland
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  • Pasta gibt es im Kindergarten als einziges Gericht zweimal pro Woche, Spaghetti Bolognese ist das Lieblingsessen Nr. 1 in Deutschland.


    1960 musste eine Pressemitteilung des Arbeitsamtes darüber aufklären, dass Italiener gern «nicht zu weich gekochte Teigwaren» essen, aber nicht mit Mehlschwitze, bitte, sondern mit Tomatensoße!


    Übrigens essen Deutsche...

  • ... pro Kopf genauso viel Eis wie Italiener!

  • Döner Kebab wurde in Spanien von einem deutsch-türkischen Unternehmergespann eingeführt.

  • Jedes 3. Kind unter 6 Jahren hat in Deutschland einen Migrationshintergrund! Für Grundschüler ist es bald das normalste der Welt, dass Deutsche nicht blond und bläuäugig sind.

  • Sibel Kekilli (türkischer Migrationshintergrund) spielt im Tatort Sarah Brandt, eine Kommissarin ohne Migrationshintergrund.

  • Ein kleiner Italiener ist Chef der «Zeit», ein großer Italiener moderiert die «Tagesthemen», eine Griechin präsentiert die «Tagesschau», eine Türkin ist schönes Aushängeschild bei «RTL» und eine Irakerin macht «Heute»-Nachrichten und das «Morgenmagazin».


    (Giovanni di Lorenzo, Ingo Zamperoni, Linda Zervakis, Nazan Eckes, Dunja Hayali)

  • Die Deutsche Nationalelf hat sich in einem Jahrzehnt zur Multikulti-Truppe gewandelt - und gewinnt jetzt auch wieder!


    Zur Fußball-EM 2000 gab es im Kader zwei Spieler mit Migrationshintergrund (Dariusz Wosz, Spätaussiedler aus Polen, und Paulo Rink, eingebürgerter Brasilianer). 2012 war es ein Drittel der Mannschaft - mit Wurzeln aus Ghana, Tunesien, Spanien, Polen und der Türkei.

  • Seit 2010 hat Deutschland die erste türkischstämmige Ministerin, Axgül Özkan, Sozialministerin in Niedersachsen.


    Trotzdem wissen die meisten Deutschen immer noch nicht, dass «Özdemir», der Name des Grünen-Chefs, mit einem weichen «s» gesprochen wird.

  • Seit 2006 ziehen mehr Menschen von Deutschland in die Türkei als umgekehrt.

  • 2012 haben knapp 130.000 Menschen einen Integrationskurs besucht. Seit 2005 müssen Migranten in Deutschland als Grundlage für eine Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung das B1-Sprachniveau vorweisen.

  • In Deutschland gibt es insgesamt rund 3000 Moscheen, zählt man auch die Laden- und Hinterhofmoscheen hinzu. Fünf Prozent der Bevölkerung sind Muslime (je rund 30 Prozent Katholiken und Protestanten).


    Auf immer mehr Friedhöfen gibt es eigene islamische Bestattungsfelder.


    Trotzdem ist der Islam keine staatlich anderkannte Religionsgemeinschaft.

  • «Hilfe, die glauben!», schrieb «Die Zeit» 2012.


    Was viele verstört: Während das Christentum immer unwichtiger wird - seit 1995 ist die Zahl der Kirchenmitglieder um acht Millionen zurückgegangen - leben die 4,5 Millionen Muslime in Deutschland ihre Religion sehr aktiv.

  • Beim Festival «48 Stunden Neukölln» geht es um Themen wie Mode, Musik, Träume, Umweltschutz. Sprachen sind Spanisch, Englisch, Deutsch, Türkisch. Dass die 160 Nationen des Viertels dabei mitwirken, ist kein Thema, sondern selbstverständlich.

  • Das Deutsche Historische Museum zeigt die Ausstellung Migration 1500 bis 2005 - und betont damit, dass Zuwanderung in Deutschland nicht erst seit dem ersten Anwerbeabkommen 1955 mit Italien stattfindet:


    Es gab ja auch Hugenotten, Ruhrpolen, Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg, Spätaussiedler...

  • Hunderttausende Deutsche wanderten im 19. Jahrhundert in die USA aus und pflegten dort ihre Traditionen. Das kam nicht gut an: «Die integrieren sich nicht!» schimpfte die englischsprachige Mehrheit und mobbte die Deutschen.

  • Am Münchner Hauptbahnhof auf Gleis 11, wo früher die Gastarbeiter ankamen, hängt eine von der Künstlerin Gülcan Turna gestaltete Gedenktafel: «Kartoffel. Ich liebe dich!» steht darauf: der einzige deutsche Satz einer türkischen Schneiderin, als sie hier aus dem Zug steig.

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    Hart, härter, deutsch - Wie hört sich deutsch für Ausländer an?

    Doch zurück zur eigentlichen Problematik. Kaum eine andere Sprache klingt so hart und aggressiv wie Deutsch. Auf Französisch kann man fluchen und es klingt noch immer wie eine Liebeserklärung und auch Italienisch und Spanisch kommen locker flockig und vor allem fröhlich daher.

    Ein paar fleißige YouTuber haben hierfür nun den ultimativen Video-Beweis angetreten und wagten in einem kurzen Clip einen internationalen Sprachenvergleich. Sie pickten sich mehrere Wörter wie beispielsweise Flugzeug, Gänseblümchen, Überraschung heraus und ließen sie jeweils der Reihe nach von einer Französin, einem Briten, einem Italiener, einem Spanier und einem Deutschen vortragen.

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