
Derzeit sind laut Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) noch immer rund 6,7 Millionen Menschen von Atemwegserkrankungen betroffen. Die meisten liegen derzeit mit einer Grippe oder einem grippalen Infekt im Bett. Die Inzidenz für Grippeerkrankungen ist rückläufig, doch die Zahlen bleiben weiterhin hoch. Insbesondere die Zahlen für Schulkinder im Alter von 5 bis 14 Jahren und für ältere Menschen über 60 Jahren bleiben stabil. Woran liegt das?
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Darum bleiben viele auch langfristig krank
Einer der Gründe für die stabilen Zahlen der Erkrankungen sind klassische Infektketten mit mehreren Erregern, die aufeinander folgen. Während die Erkrankung an dem ersten Infekt noch nicht vollständig abgeklungen ist, klopft also bereits der nächste Erreger an die Tür. Dabei sind die Schleimhäute in der Regel noch immer gereizt, was sie deutlich anfälliger für weitere Erkrankungen macht. Dadurch kommt es zu einer verlängerten Erkrankungsperiode mit verschiedenen Krankheitserregern. Neben der Grippe gibt es mehr als 200 Viren, die zu Erkältungskrankheiten führen können. Dazu zählen unter anderemzum Beispiel Rhinoviren, Corona-Viren und Adeno-Viren sowie Respiratory-Syncytial-Viren (RSV). Zudem beginnt im Frühling auch die Pollen-Saison, die bei vielen ebenfalls für erkältungsähnliche Symptome sorgt, die Schleimhäute reizt und damit auch für Viren zum leichten Ziel macht. Auch bakterielle Infekte können von gereizten Schleimhäuten profitieren: Dadurch kann aus einem Schnupfen auch schnell eine hartnäckige Nasennebenhöhlenentzündung oder Bronchitis werden.
Wie reagiert der Körper auf das Grippe-Virus?
Das besondere am Grippe-Virus ist, dass es zum einen weltweit vorkommt, zum anderen sich aber auch jährlich ändert. Dadurch müssen die Impfstoffe jährlich angepasst werden. Einen stetigen Schutz vor Grippeinfektionen gibt es daher nicht. Grippe verbreitet sich als Tröpfcheninfektion über Husten und Niesen, aber auch beim Sprechen. Daher ist es für bereits infizierte empfehlenswert, unnötige Kontakte zu meiden und stattdessen bis zur Genesung erstmal vor allem daheim auszukurieren. Bei der Infektion nisten sich die Viren in den Schleimhäuten in der Nase, Lunge und im Rachen ein.
Dort veranlassen sie infizierte Zellen, Kopien der Viren herzustellen. Diese infizieren dann wiederum weitere Zellen. Bestimmte Moleküle transportieren Virusteile an die Zelloberfläche, woraufhin das Immunsystem reagiert darauf, indem es weiße Blutkörperchen aktiviert. Diese lösen den Tod der Wirtszelle aus und verhindern somit eine weitere Vermehrung der Viren. Die Reaktion des Immunsystems führt allerdings auch zu Symptomen wie Kopf-, Rücken- und Gliederschmerzen sowie Fieber und Müdigkeit. Dagegen hilft nur Bettruhe.
So viele Menschen lassen sich derzeit gegen Influenza impfen
Die jährlichen Impfungen gegen Influenza werden vor allem älteren Menschen ab 60 Jahren, Schwangeren und Personen mit Grunderkrankungen empfohlen. Für alle anderen reicht der körpereigene Schutz – eine besondere Gefährdung liegt durch den Grippe-Virus nicht vor. Bundesweit sind rund 38 Prozent aller Personen über 60 Jahren gegen Grippe geimpft, doch die Impfquoten sind je nach Bundesland unterschiedlich. Dabei sind Brandenburg und Sachsen-Anhalt die deutschen Spitzenreiter mit einer Quote von jeweils über 50 Prozent. Am wenigsten geschützt sind hingegen Bayern und Baden-Württemberg mit jeweils 28,6 beziehungsweise 23,6 Prozent. Die Impfquote steigt mit dem Alter: Während nur 28,8 Prozent aller 60- bis 69-Jährigen geimpft sind, sind es bei den über 80-Jährigen fast 50 Prozent.
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