Darm-Check: Mit diesem Test erkennen Sie, wann Sie zum Arzt müssen

Wie gesund ist Ihre Verdauung? Mit einem einfachen Test können Sie erfahren, wie schnell Sie verdauen - und wann Sie zum Arzt müssen. Der Maistest kann ein erster Indikator für ernste Erkrankungen sein.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Die äußere Schicht von Mais ist unverdaulich und daher perfekt für den Test geeignet. (Foto) Suche
Die äußere Schicht von Mais ist unverdaulich und daher perfekt für den Test geeignet. Bild: picture alliance/dpa | Patrick Pleul
  • Wie schnell die Verdauung ist, kann viel über die Gesundheit verraten
  • Die Geschwindigkeit lässt sich mit dem "Mais-Test" testen
  • Er zeigt, ob sie schnell oder langsam verdauen

Verdauungsprobleme können schnell zu einer äußerst unangenehmen Angelegenheit werden. Doch nicht jeder traut sich, damit sofort zum Arzt zu gehen. Mit einem simplen Test können Sie zunächst herausfinden, ob es sich tatsächlich lohnt, mit Ihren Beschwerden zum Arzt zu gehen.

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Darum kann Ihr Darm Ihnen mehr sagen als Sie denken

Vermutlich haben Sie sich noch nie damit beschäftigt, wie schnell Ihre Verdauung Essen verarbeiten kann. Dabei ist dieses Wissen wichtiger, als man denken mag. Die Geschwindigkeit, mit der unsere Verdauung arbeitet, ist ein wichtiger Indikator für unsere Gesundheit - und manchmal auch für Krankheiten. In der Regel benötigt unser Körper schätzungsweise zwischen 12 und 73 Stunden, um Essen vollständig zu verdauen und Abfälle auszuscheiden. Diese Dauer kann allerdings von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst werden. Sowohl die Ernährung als auch die genetische Veranlagung können dabei eine Rolle spielen. Besonders bedeutsam ist auch das Darm-Mikrobiom: Dieses besteht in der Regel aus einer Vielzahl an verschiedenen Darmbakterien, die unter anderem die Nahrung aufspalten und die Bewegung des Darms anregen.

So funktioniert der "Mais-Trick"

Wie gesund unter anderem das Mikrobiom in Ihrem Darm ist, können Sie mit dem Maistrick feststellen. Nick Ilott, Forscher und leitender Bioinformatiker vom Oxford Centre for Microbiome Studies der Universität Oxford erklärt in einem Beitrag vom Nachrichtenportel "The Conversation" genauer, was es mit dem Trick auf sich hat. Dazu dürfen Sie für sieben bis zehn Tage lang zunächst keinen Mais zu sich nehmen. Dann notieren Sie sich das Datum, an dem Sie den Test starten und essen eine Portion Mais. Bereits eine Handvoll genügt. Da die äußere, aus Cellulose bestehende Hülle von Maiskörnern unverdaulich ist, kann sie durch den Magen-Darm-Trakt unversehrt passieren und ist später im Stuhl zu sehen. Ab diesem Tag kann also der Stuhlgang im Auge behalten werden und geschaut werden, ob der Mais bereits ausgeschieden wurde.

Das können Sie tun, wenn die Verdauung zu schnell oder langsam ist

Wenn der Mais innerhalb von 12 Stunden oder weniger ausgeschieden wird, ist die Verdauung schnell - wenn der Mais allerdings erst nach 48 Stunden oder länger ausgeschieden wird, dann handelt es sich um eine eher langsame Verdauung. Dabei ist zu beachten, dass eine schnellere Verdauung nicht gleich eine bessere Verdauung bedeutet. Eine gesunde Geschwindigkeit liegt in der Mitte der beiden Enden des Spektrums. Doch glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, die Geschwindigkeit der Verdauung wieder zu einem gesunden Maß zu regulieren.

Ist die Verdauung auf Dauer immer schnell, könnte es einen tieferliegenden Grund geben, bei dem man zum Arzt gehen sollte. Ist die Verdauung wiederum ein wenig langsam, aber liegen keine weiteren Symptome wie Bauchschmerzen, ein Blähbauch, Schwindel oder ähnliches vor, dann kann eine Ernährungsumstellung helfen. Mehr Früchte und Gemüse, angereichert mit Ballaststoffen, können die Verdauung etwas beschleunigen. Wichtig ist, dass Sie beachten, dass der Test den Besuch beim Arzt nicht ersetzen kann - wenn Sie sich unwohl fühlen, lassen Sie sich daher von einem Experten abchecken.

Dieser Artikel wurde nach umfassender Recherche erstellt und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Im Notfall sollten Sie immer einen Mediziner oder den Rettungsdienst um Hilfe bitten.

Verwendete Quellen:

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