Rallye-Tragödie in Bayern: Hobby-Rennfahrer fährt bei ADAC-Rallye in den Tod

15 Jahre Rennerfahrung konnten den Rallye-Piloten Ingo K. nicht vor dieser Tragödie bewahren: Bei der ADAC-Grabfeld-Rallye am Samstag verlor der 42-Jährige die Kontrolle über seinen Wagen und starb. Heute wäre er 43 geworden.

Uhr

Es ist der 5. Juli 2014. Zahlreiche Rallye-Piloten und Rennsport-Fans sind ins bayerische Sulzdorf an der Lederhecke gereist, um an der 21. ADAC-Grabfeld-Rallye teilzunehmen. Mit mehr als 200 Rennteams und gut 10.000 Zuschauern ist die ADAC-Rallye ein beliebtes Motorsport-Ereignis in Bayern. Unter den Rallye-Piloten ist der 42 Jahre alte, passionierte Hobby-Rennfahrer Ingo K.

Rennfahrer Ingo K. stirbt bei 21. ADAC-Grabfeld-Rallye in Sulzdorf

Der news.de-Nachrichtenüberblick (Foto) Suche
Der news.de-Nachrichtenüberblick Bild: Istockphoto

Laut Angaben der Bild-Zeitung nahm der verheiratete Brunnenbauer seit 15 Jahren an Rallye-Veranstaltungen wie dieser teil. Kurz vor dem Start postete er auf seiner Facebook-Seite ein Bild seines Wagens und schrieb dazu: «Grabfeld 2014! Abnahme ist durch, die Rallye kann kommen....» Doch es sollte sein letzter Post sein. Denn Ingo K. ließ bei der ADAC-Rallye sein Leben.

Lesen Sie hier: Rallye ohne Limit - Diese Autos sind nur noch Schrott.

Unfälle bei deutschen Rallye-Veranstaltungen
Ein Ritt am Limit
zurück Weiter
  • August 2013:


     


    Bei der 54. Wartburg-Rallye in Eisenach kommen zwei Frauen in einem Mitsubishi ums Leben. Bei dem Unfall zwischen Steinbach und Brotterode war zunächst die 29 Jahre alte Beifahrerin verstorben, vier Tage später erlag auch die 34 Jahre alte Pilotin ihren Verletzungen. Die Wartburg-Rallye wurde nach dem Unfall abgebrochen.

  • Juli 2011:


     


    Bei der Rallye Baden-Württemberg kommt es zu zwei schweren Unfällen mit insgesamt sieben Verletzten. Ein Pilot prallt mit seinem Wagen gegen einen Baum, hinter dem ein Fahrzeug mit Streckenposten steht. Alle drei Insassen werden verletzt, Pilot und Beifahrer erleiden einen Schock. Danach kommt ein Rivale vom Kurs ab und erfasst eine Gruppe von Zuschauern. Ein 14 Jahre alter Junge zieht sich schwere Verletzungen an Kopf und Brust zu.

  • August 2010:


     


    Zwei Autos fangen bei der Deutschland-Rallye Feuer. Eine niederländische Beifahrerin zieht sich schwere Brandverletzungen im Gesicht und an den Händen zu. Das Feuer am Mitsubishi eines mexikanischen Piloten löst aufgrund der hohen Waldbrandgefahr einen massiven Löscheinsatz aus.

  • September 2008:


     


    Bei einem ADAC-Eifelrennen auf dem Nürburgring stirbt ein 62 Jahre alter Schweizer. Der Mann war auf der Nordschleife mit seinem zu einem Rennauto umgebauten Oldtimer frontal gegen eine Leitplanke gefahren. Unfallursache war seine zu hohe Geschwindigkeit.

  • September 2008:


     


    Die Thüringen Rallye wird nach einem tödlichen Unfall abgebrochen. Ein im Rahmenprogramm fahrender Trabant 601 verunglückt zwischen Staunau und Miesitz. Die 25 Jahre alte Beifahrerin aus Schleiz stirbt. Der Fahrer wird leicht verletzt.

  • Juli 2008:


     


    Zwei Starter und eine Zuschauerin werden bei zwei verschiedenen Unfällen der Vogtland-Rallye schwer verletzt. Ein Pilot schwebt zwischenzeitig in Lebensgefahr.

  • August 2007:


     


    Die 48. Wartburg-Rallye wird nach einem schweren Unfall mit einem Toten abgebrochen. Bei der Zweitages-Veranstaltung mit Start und Ziel in Eisenach verunglückt eine Besatzung zwischen Winterstein und Brotterode kurz vor dem Zielort Brotterode.

  • Mai 2006:


     


    Bei einer Motorsportveranstaltung im sächsischen Kreis Freiberg rast ein Rallyefahrer mit seinem Wagen ins Publikum und verletzt drei Menschen zum Teil schwer. Auslöser ist ein Fahrfehler.

  • April 2006:


     


    Bei der Sachsen-Rallye kommen auf der zweiten Wertungsprüfung zwei Privatfahrer ums Leben. Sie kippen in ihrem Trabant 1.1 mit rund 100 Stundenkilometern auf nasser Strecke ausgangs einer Kurve um und rutschen mit dem Dach voran gegen einen Baum.

  • Juni 2004:


     


    Ein Fahrer verliert bei der Coburger Motorsport-Rallye «Rund um die Veste» auf regennasser Straße die Kontrolle über seinen Wagen. Er stirbt noch am Unfallort.

  • September 2003:


     


    Ein Teilnehmer der Helfensteinrallye in Bad Überkingen wird lebensgefährlich verletzt. Er gerät mit seinem PKW auf der abgesperrten Rennstrecke ins Schleudern und prallt gegen einen Baum.

  • Juni 2002:


     


    Die 36. Rallye Sachsenring zwischen Zwickau und Chemnitz wird wegen eines tödlichen Unfalls abgebrochen. Ein Fahrer stirbt nach einem Crash auf regennasser Fahrbahn.

  • Oktober 2000:


     


    Die 41. Wartburg-Rallye in Eisenach wird von einem tödlichen Unfall überschattet. Ein holländisches Gespann verbremst sich und rast in eine Zuschauergruppe. Ein Besucher wird getötet, vier weitere werden verletzt.

  • November 1998:


     


    Bei der Rallye um den 28. Havelland-Pokal in Kallinchen kommen zwei Amateur-Motorsportler ums Leben. Auf regennasser Fahrbahn prallen sie seitlich gegen einen Baum.

  • 1 von 14

    Rallye-Crash zwischen Herbstadt und Breitensee

    Wie die Bild-Zeitung weiter berichtet, starteten Ingo K. und sein Co-Pilot Tom W. um 11.55 Uhr in ihrem Mitsubishi Lancer Evo VIII (577 PS), um eine Wertungsprüfung im Zeitfahren zu bestreiten. Um 13 Uhr kommt es dann zwischen Herbstadt und Breitensee zu dem folgenschweren Crash.

    Der erste Polizeihauptkommissar Karl-Heinz Schmitt zu Bild: «Nach ersten Erkenntnissen hatte der Fahrer im Auslauf einer Linkskurve die Kontrolle über seinen Mitsubishi verloren und war nach links auf das Bankett geraten. Von dort aus ging es geradeaus nach rechts, wo das Rallye-Fahrzeug in einen etwa drei Meter tiefen Hohlgraben prallte.»

    Lesen Sie hier: Verunglückt bei 110-Meter-Sprung - Wie der Rallye-Fahrer diesen Horror-Crash überlebt, ist absolut unglaublich!

    Ingo K. kann nur noch tot aus seinem Rallye-Wagen geborgen werden

    Ein Streckenposten alarmiert sofort nach dem Unfall die Rettungskräfte. Doch für Ingo K. kommt jede Hilfe zu spät: Der 42-Jährige kann nur noch tot geborgen werden. Beifahrer Tom W. wird schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Das Rennen wird abgebrochen, die anderen Rallye-Teilnehmer gedenken Ingo K. mit einer Schweigeminute.

    Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

    fro/loc/news.de

    Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.

    Bleiben Sie dran!

    Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.