Wirtschaft

Neue Daten zum Nettogehalt: Wer dieses Jahr weniger von der Arbeit hat

Durch erhöhte Sozialabgaben bleibt 2025 für viele Arbeitnehmer weniger vom Bruttolohn über.

Durch erhöhte Sozialabgaben bleibt 2025 für viele Arbeitnehmer weniger vom Bruttolohn über. Bild: picture alliance / dpa | Jens Büttner

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  • 2025 erhalten viele Arbeitnehmer deutlich weniger Nettolohn
  • Gestiegene Sozialabgaben führen zu bis zu 50 Euro weniger im Monat
  • Nur eine einzige Gruppe wird durch Änderungen entlastet

Bereits beim Blick auf die Gehaltsabrechnung im Januar erwartete viele Arbeitnehmer eine ziemlich böse Überraschung. Da die Sozialabgaben gestiegen sind, fiel das Nettogehalt nun deutlich geringer aus. Auch die erst kurz vor Jahresbeginn beschlossenen und nun erst wirksamen Steuersenkungen können daran nicht viel ändern. Sowohl Gering- als auch Topverdiener spüren nun die Auswirkungen der gestiegenen Sozialabgaben. Neue Berechnungen des Softwarehauses "Datev", die der "Süddeutschen Zeitung" vorliegen, geben einen genaueren Einblick.

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Das Nürnberger Softwarehaus "Datev" erstellt jeden Monat die Lohn- und Gehaltsabrechnungen für mehr als 14 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland. Für die "Süddeutsche Zeitung" hat "Datev" nun nachgerechnet: Laut dem Unternehmen führt der signifikante Anstieg der Sozialabgaben "zu einer nahezu durchgängigen Mehrbelastung der abhängig Beschäftigten". Immerhin soll das Minus für das Jahr insgesamt etwas weniger belastend sein, als der Blick auf die Gehaltsabrechnung für den Januar vermuten lässt. Dies liege an dem "Gesetz zur Fortentwicklung des Steuerrechts und zur Anpassung des Einkommensteuertarifs", das Arbeitnehmer bei der Einkommensteuer entlasten soll. Allerdings sieht der Dienstleister die Änderungen kritisch: "Ein Grund zur Freude ist das allerdings nicht", so "Datev" - denn auch die Steuerentlastung kann die Sozialabgaben nicht wieder ausgleichen. Damit verbleibt insgesamt ein Minus.

Leichte Mehrbelastung der Arbeitnehmer durch Sozialabgaben

Aber: Alle mit einem Bruttolohn von bis zu 5.000 Euro im Monat können erstmal aufatmen. So kommen Singles ohne Kinder mit der Steuerklasse 1 und 3.000 Euro Brutto im Monat auf lediglich 28 Euro weniger im Jahr - etwas mehr als 2 Euro pro Monat also. Einer alleinerziehenden Mutter mit einem Kind und 2.000 Euro Brutto im Monat fehlen jedoch ganze 42 Euro pro Jahr - das sind 3,50 Euro pro Monat.Bei Verheirateten mit Steuerklasse III, zwei Kindern und 5.000 Euro brutto sind es jährlich 34 Euro. Richtig schmerzhaft wird es allerdings bei Verheirateten in der Steuerklasse III: Bei einem Monatsbrutto von 2.000 beziehungsweise 2.500 Euro haben diese übers Jahr gerechnet 120 und 150 Euro weniger auf dem Konto.

Gutverdiener zahlen unter anderem aufgrund der nun nach oben verschobenen Grenzen, bis zu denen Sozialbeiträge fällig sind, höhere Sozialabgaben. Die monatliche Beitragsbemessungsgrenze ist nun erstmalig einheitlich 8.050 Euro pro Monat angehoben worden, zuvor wurde nach Ost und West getrennt. Aufs Jahr gerechnet liegt der Grenzwert nun bei 96 .600 Euro (vorher: 89. 400 beziehungsweise 90. 600 Euro). Der Anstieg der Beitragsgrenzen hängt unter anderem mit den in 2023 durch die Inflation gestiegenen Löhnen zusammen.

Eine Gruppe bekommt dieses Jahr sogar mehr Netto

"Datev" erkennt insbesondere zwei Stufen mit deutlich höheren Abzügen: Jeweils ab 5.500 Euro und ab 8.800 Euro kann damit gerechnet werden. "Dieser Effekt trifft besonders die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die durch diese Anhebungen die entsprechenden Sozialversicherungsbeiträge erstmalig auf ihr komplettes Gehalt entrichten müssen", so "Datev". Verheiratete (kinderlos) mit über 8.500 Brutto im Monat büßen aufs Jahr gerechnet übers Jahr 658 Euro ein (beziehungsweise 633 Euro mit zwei Kindern). Das sind monatlich schon mal 50 Euro, die fehlen. Nur eine einzige Gruppe profitiert von einem verbesserten Gehalt: Singles in Steuerklasse I mit einem Monatsgehalt von 7.500 Euro erhalten 2025 insgesamt 110 Euro mehr ausgezahlt.

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