Gesundheit

WHO warnt: Lungenkrebs nimmt weltweit auch bei Nichtrauchern zu

Eine dichte Decke aus Smog liegt über Bangkok. Besonders in Ostasien erkranken immer mehr Nichtraucher an Lungenkrebs. Bild: picture alliance/dpa | Peter Kneffel

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  • WHO warnt vor steigenden Lungenkrebszahlen
  • Ursache des Anstiegs ist offenbar Luftverschmutzung
  • Studie zeigt, dass Ostasien, insbesondere China, stark betroffen ist

Die World Health Organization warnt vor einem Anstieg an Fällen von Lungenkrebs, der nun auch immer häufiger bei Nichtrauchern auftritt. Laut Studienlage ist unter anderem die zunehmende Luftverschmutzung schuld. Laut Experten derInternational Agency for Research on Cancer (IARC) soll durch Luftverschmutzung verursachter Lungenkrebs nun unter den Krebs-Toden sogar die fünfthäufigste Todesursache sein. 

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Luftverschmutzung verursacht Krebs

Nicht nur im dichten Smog von Shanghai sind die Folgen der Luftverschmutzung spürbar: Lungenkrebs tritt nun immer häufiger auch bei Nichtrauchern auf. Was früher als selten galt, ist mittlerweile auf der Leiter der häufigsten Krebs-Todesursachen rapide nach oben geklettert. Laut Studien tritt der Krebs dabei fast immer als sogenanntes Adenokarzinom auf. Dieser Subtyp hat sich sowohl bei Männern als auch bei Frauen international zum häufigsten der Unterarten von Krebserkrankungen entwickelt.

Insbesondere in China erkranken viele aufgrund der Luftverschmutzung an Lungenkrebs. Doch weil die Luftverschmutzung weltweit zunimmt, steigen überall die Zahlen. Laut Dr. Freddie Bray, dem Hauptautor der neuen Studie, die im Journal "The Lancet" veröffentlicht wurde, unterstreichen die Ergebnisse die Notwendigkeit einer Überwachung der Entwicklung des sich verändernden Lungenkrebsrisikos.

Folgen der Verschmutzung sind weitgehend unerforscht

Bray empfiehlt, dass weitere Studien zur Untersuchung der neuen Gefahr durch die Luftverschmutzung folgen sollen. Besonders auffällig sei, dass die Lungenkrebs-Fälle auch in Teilen der Welt, in denen das Rauchen nach und nach abnehme, immer mehr werden. Während in den letzten 40 Jahren die Lungenkrebs-Fälle bei Männern abgenommen hätten, steigen sie weiterhin bei Frauen. Warum, ist bisher unklar. Bray selbst ist überzeugt, dass die Studie immerhin einen wichtigen Teil zur Aufklärung aller möglichen Risikofaktoren für Lungenkrebs leiste. Neben Rauchen sind bisher kaum mögliche Ursachen für die Erkrankung bekannt, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass eine verschlechterte Luftqualität für den Anstieg sorgt. Ein Faktor bei jeder Krebserkrankung sind auch die erblichen Anlagen.

Wie erkrankt man an Lungenkrebs?

Wie der Konsum von Tabak sich auf die Lunge auswirkt und Krebs hervorrufen kann, ist mittlerweile gut erforscht. Rauch, der in die Atemwege gerät, schädigt langfristig das Lungengewebe. Der Körper versucht zwar, diese Schäden zu reparieren, muss dafür allerdings gegen die fortwährende Schädigung durch das Rauchen ankämpfen. Dabei werden Zellen immer wieder neu regeneriert, was auf Dauer das Risiko für Zellmutationen erhöht. Es ist vorstellbar, dass das Einatmen mit toxischen Partikeln verschmutzter Luft ähnliche Probleme bereiten kann. Die Überlebenschancen sind dabei stark abhängig davon, wann der Lungenkrebs diagnostiziert werden konnte. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei Männern bei etwa 19 Prozent, bei Frauen sogar bei 25 Prozent.

Dieser Artikel wurde nach umfassender Recherche erstellt und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Im Notfall sollten Sie immer einen Mediziner oder den Rettungsdienst um Hilfe bitten.

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Verwendete Quellen:

/bos/news.de

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