Tipps für den Toilettengang: Hämorrhoiden und Co.: Diese Fehler passieren auf dem Klo

Nur weil es jeder täglich macht, heißt das noch lange nicht, dass es jeder richtig macht. Beim täglichen Toilettengang kann nämlich ganz schön viel falsch laufen. Darmerkrankungen, Hämorrhoiden und Verstopfungen können die Folge sein. Mit diesen Tipps gehen Sie auf Nummer sicher.

Uhr

Beim Toilettengang kann eine Menge schief gehen. (Foto) Suche
Beim Toilettengang kann eine Menge schief gehen. Bild: Fotolia / Andrey Armyagov

Wirklich jeder geht täglich mehrmals auf Toilette! Wenn es um den Besuch des stillen Örtchens geht, sind wir lieber still. Schließlich ist das intim und auch irgendwie eklig. Doch Fehler beim Toilettengang können zu ernsthaften Erkrankungen führen.

Lesen Sie auch: Die Inkontinenz-App soll Erleichterung bringen!

Hämorrhoiden und Darmkrankheiten durch falsche Sitzhaltung

Wie die Autorin Giulia Enders in ihrem Buch "Darm mit Charme" schreibt, stellt ein großes Problem beim Toilettengang schon die Sitzhaltung dar. Fehler können zu Hämorrhoiden, Darmkrankheiten wie zum Beispiel Divertikulitis oder auch Verstopfungen führen. Diese Probleme treten hauptsächlich in Ländern auf, bei denen man sich eine Art Stuhl beim "großen Geschäft" setzt. Der Druck ist bei dieser Sitzhaltung auf den Darm einfach zu groß. Die Folge: Die Hämorrhoiden stülpen sich nach Außen. "Mediziner gehen davon aus, dass häufiges Pressen auf dem Klo das Risiko für Krampfadern, Schlaganfälle oder auch die Stuhlgangsohnmacht deutlich erhöht", schreibt Enders weiter.

Auch lesenswert: Ekel-Alarm! Warum die Klobrille unser kleinstes Problem ist.

Hockend zum Toilettenglück

Doch was tun? Hinhocken empfiehlt die Autorin. "Die 'Hocke' ist schon seit Urzeiten unsere natürliche Kloposition - das moderne Sitztoilettengeschäft gibt es erst seit der Indoor-Kloschüssel-Entwicklung im späten 18. Jahrhundert", meint Enders. Kein Sorge! Sie müssen dabei nicht auf die Toilette klettern. Das schottische Gesundheitsamt verteilt die WC-Fiebel "Good Defecation Dynamics". Darin wird erklärt, dass man beim Toilettengang möglichst aufrecht und entspannt sitzen und dabei den Mund öffnet sollte. "Wenn Sie auf der Toilette sind, stellen Sie sicher, dass Ihre Füße eine gute Unterstützung haben. Vielleicht können Sie einen kleinen Schemel gebrauchen", steht darin.

10 Fakten zum Klopapier
Das schmutzige Geschäft
zurück Weiter
  • 20.000 Klopapier-Blätter pro Jahr


    Einer Untersuchung des deutschen Statistikinstituts Statista zufolge liegt der durchschnittliche Bedarf an Klopapier pro Toilettengang bei 8,6 Stück. Am Tag summiert sich der Toilettenpapierverbrauch pro Person auf insgesamt 57 Stück. Daraus ergibt sich ein jährlicher Verbrauch an Klopapier von über 20.000 Blätter pro Jahr pro Person - das ist mehr als ein Kilometer, wenn man es nebeneinander legt.

  • Klopapier-Alternativen Stein, Ton und Scherben


    Die Griechen benutzten statt Toilettenpapier Steine und Tonscherben, die Römer banden einen Schwamm an einen Stock und tränkten diesen in einem Eimer mit Salzwasser. Es gibt Nomadenvölker, die noch heute Sand zum Abwischen benutzen.

  • Chinesen haben Klopapier erfunden


    Das Toilettenpapier wurde von den Chinesen erfunden. Im 14. Jahrhundert ist die Produktion dokumentiert. Ein Reisender hielt nach einem Besuch fest: «Die Chinesen sind nicht sehr sorgfältig mit Sauberkeit, und sie waschen sich nicht mit Wasser wenn sie ihr Geschäft erledigt haben, sondern wischen sich nur mit Papier ab.» Die industrielle Produktion von Klopapier begann im Jahre 1857 vom Amerikaner Joseph Gayetty.

  • Lange Sitzung


    Ein  65-jähriger Mensch aus dem mitteleuropäischen Kulturkreis hat durchschnittlich 184 Tage seines Lebens auf der Toilette verbracht.

  • Die verschiedenen Spielarten von Klopapier


    Es begann mit einfachem grauem Papier. Daraus entwickelt hat sich eine gewaltige Industrie: Heute gibt es sogar vier- und fünflagiges Klopapier, dass besonders saugfähig und weich sein soll. Es gibt Klopapier in pink und mit speziellem Aufdruck zu speziellen Events. Wer will, kann auf feuchtes Toilettenpapier zurückgreifen - das erfrischt und reinigt zugleich.

  • Knüllen oder Falten?


    Hierzulande wird das Papier oftmals gefaltet. Im Ausland, vor allem in den USA, knüllen die meisten Menschen dagegen ihr Toilettenpapier. Der Grund liegt im sehr flachen und strukturlosen Papier in den USA, das Blätterfalten konnte sich dort nicht durchsetzen.

  • Herkunft von Hakle


    Der Name des Klopapierherstellers Hakle setzt sich aus den Anfangbuchstaben des Vor- und Nachnamens seines Gründers zusammen. Der heißt Hans Klenk.

  • Herkunft von Toilette


    Das Wort Toilette bedeutet auf französisch eigentlich «kleines Tuch». Hinter solch einem versteckten sich die Menschen früher, wenn sie ihr Geschäft verrichteten.

  • Stiftung Klopapiertest


    Auch die Stiftung Warentest hat sich bereits dem Klopapier gewidmet. Eine Woche lang gingen 400 Frauen und Männer für die Stiftung Warentest aufs Klo und testeten 27 Toilettenpapiere mit zwei, drei, vier und fünf Lagen. Das Ergebnis: Drei Toilettenpapiere sind sehr gut, 18 gut und vier immerhin befriedigend.

  • Bestes Klopapier


    Die Testsieger der Stiftung Warentest heißen: Charmin Comfort weiß, Charmin De Luxe und dm sanft + sicher.

  • 1 von 10

    Nachpressen strengstens verboten

    Entspannung allein reicht aber nicht aus. Man sollte keinen Stuhlgang erzwingen oder pressen. Nachpressen ist ebenfalls tabu. "Nach Entleerung der ersten Stuhlportion verbleibt bei vielen Menschen ein Gefühl einer unvollständigen Entleerung. Aus diesem Grunde wird dann weiter kräftig nachgepresst", steht in einem Empfehlungsschreiben des Franziskus Krankenhauses in Linz.

    Das Gefühl, dass der Darm noch nicht vollständig entleert ist, liegt an dem Verdauungsorgan selbst. Es wölbt sich nämlich nach unten und stölpt mit der Zeit ein. Besteht dieses Problem über einen längeren Zeitraum kann es zu einem inneren Mastdarmvorfall oder sogar zu einem Heraustreten des Mastdarms durch den After kommen.

    Auch vor langen Sitzungen raten Ärzte ab! Eine Sitzung auf dem stillen Örtchen sollte nicht länger als zwei Minuten dauern.

    Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

    bua/news.de

    Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.

    Bleiben Sie dran!

    Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.